An der Staatsspitze kann es menscheln

Spezial / 06.11.2012 • 21:26 Uhr
An der Staatsspitze kann es menscheln

44 Präsidenten hatten die USA bisher, einige waren höchst skurril.

Washington. Alle 44 bisherigen US-Präsidenten waren männlich und bis auf jeweils eine Ausnahme verheiratet, evangelisch und weiß. Und dennoch bilden sie eine höchst skurrile Schar.

Einer der großen Präsidenten der amerikanischen Geschichte war William Howard Taft (1909 bis 1913) sicher nicht. Aber der schwerste. Mit gut 150 Kilo schaffte er etwas, was keinem anderen Präsidenten gelang: Er steckte in der Badewanne des Weißen Hauses fest. Die Mitarbeiter mussten ihn mit Butter einschmieren und befreien.

Miserabler Smalltalker

Zu den Stilleren gehörte zweifelsohne Calvin Coolidge. Er galt als guter Redner – aber miserabler Smalltalker. Bei einem Essen saß die Schriftstellerin Dorothy Parker neben „Silent Cal“ und sagte, sie habe gewettet, mehr als zwei Worte aus ihm herauszubekommen. Coolidge schaute sie an, sagte nur „Wette verloren“ – und schwieg den Rest des Abends. Parker rächte sich 1933. Als sie vom Tod Coolidge’s erfuhr, sagte sie trocken: „Woran habt ihr gemerkt, dass er tot ist?“

Krummbeiniger Kandidat

Wenige Wochen später wurde Franklin D. Roosevelt Präsident der USA. Er war reich, brauchte aber die Reichen als Wahlkampfspender. Als einer im Gegenzug Botschafter in London werden wollte, sagte Roosevelt, er solle die Hosen runterlassen. Der verblüffte Millionär tat es, weil er den Posten unbedingt wollte. Roosevelt sagte, er habe nur die Beine prüfen wollen, schließlich müsse der Botschafter vor dem König Kniebundhosen tragen, „und Du bist der krummbeinigste Mann, den ich je sah, Joe“.