Schonfrist gibt es keine
Gilt es, Abgänge in der Landesregierung zu kompensieren, ist Landeshauptmann Markus Wallner ein Mann schneller Entscheidungen: Im Juni hatte er Rainer Gögeles Nachfolger Christian Bernhard bereits nach drei Tagen gefunden, diesmal dauerte es nur einen Tag länger, um Bernadette Mennel Siegi Stemer nachfolgen zu lassen. Trotzdem können beide Entscheidungen nur bedingt miteinander verglichen werden. So tat sich Wallner diesmal schwerer bei der Suche, kassierte – angeblich über Unterhändler – Absagen, etwa von Gemeindeverbandspräsident Harald Sonderegger, auch von Arbeiterkammer-Direktor Rainer Keckeis. Klar. Der Posten eines Landesrats ist zwar prestigeträchtig und mit gut 13.400 Euro brutto, 14 Mal im Jahr, auch finanziell gut dotiert. Allerdings könnte der Job zeitlich begrenzt und damit äußerst unsicher sein – falls die ÖVP 2014 die Absolute verliert. Ein Koalitionspartner bekäme Ressorts, das jüngste Regierungsmitglied wäre wohl wieder übrig.
Mennels und Bernhards Bestellungen unterscheiden sich in einem weiteren Punkt: Die politische Konkurrenz begegnete dem Polit-Quereinsteiger Bernhard wohlwollender als sie der erfahrenen ÖVP-Politikerin Mennel begegnen wird. Zeit zur Eingewöhnung wird Mennel gewiss nicht bekommen – sie wird von Anfang an mit oppositionellen und auch innerparteilichen Argusaugen beobachtet werden. Darin liegt freilich auch eine Chance. Mennel ist jetzt Landesrätin – sie soll an ihren Taten gemessen werden.