Mennel folgt Stemer nach

Bisherige Landtagspräsidentin wird Stemers Nachfolgerin. Eine Suche mit Hindernissen.
Bregenz. Am frühen Nachmittag wurde es erstmals kolportiert, von Landeshauptmann Markus Wallner (45) um 17 Uhr offiziell bestätigt: Bernadette Mennel (53), die bisherige Landtagspräsidentin, wird Nachfolgerin von Siegi Stemer und damit künftig in der Regierung für die Ressorts Schule, Sport und Legistik zuständig sein. Mennel wird, die Zustimmung der Parteigremien vorausgesetzt, am 14. November im Landtag zur neuen Landesrätin gewählt und angelobt.
Wallner: „Idealbesetzung“
Wallner lobte Mennel als „sehr fundierte Fachfrau“, die professionell arbeite, als Landtagspräsidentin bereits an der Spitze stehe und vieles für ihre neuen Aufgaben mitbringe – etwa als Bildungsfachfrau für das Schulwesen und als ausgebildete Juristin für die Legistik. „Mennel ist die Idealbesetzung“, sagte der LH, „wir können in hoher Kontinuität fortsetzen.“ Es sei ihm wichtig gewesen, alles gut zu überlegen und intern auch gut abzustimmen: „Aber ebenso wichtig war auch, nicht tagelang zu warten.“ Ganz im Gegenteil sei er auch in einer „nicht einfachen Situation gefordert gewesen, Führungsverhalten zu zeigen“. Und dies habe er gemacht, „sowohl beim Sportservice als auch bei dieser notwendigen Personalentscheidung“.
Mehrere Namen kolportiert
In den Stunden zuvor war es ÖVP-intern allerdings noch recht hektisch zur Sache gegangen – mehrere Namen und Ideen wurden ins Spiel gebracht, aus den unterschiedlichsten Gründen aber wieder verworfen. Fakt ist, dass zumindest zwei angefragte Kandidaten von sich aus absagten – Gemeindeverbandspräsident Harald Sonderegger (48) und Arbeiterkammer-Direktor Rainer Keckeis (52). Hat sich die ÖVP zunächst also nur Absagen eingefangen? „Nein“, konterte Wallner, fügte aber an: „Wir haben eine ganze Reihe von Persönlichkeiten sondiert.“ Nur sei dies ja an sich ein gutes Zeichen, „wenn man weiß, dass es in der Partei Nachwuchs quer durch das ganze Land gibt“. Im Oberland etwa habe man sich stärker umgehört und sich über das Wochenende auch die notwendige Zeit genommen, „um dann schließlich auch zu einer guten Entscheidung zu kommen“. Und das Ganze sei schließlich eindeutig „pro Bernadette Mennel“ ausgegangen. Da Mennel Stemers Aufgaben vollständig übernimmt, bleiben die Ressorts in der Landesregierung im Übrigen unverändert. War eine Regierungsverkleinerung kein Thema? „In dem Augenblick eigentlich nicht.“ Die Frage nach kleineren Gremien werde ja im Zuge der Landtags- und Demokratiereform derzeit besprochen, „es kann also eine Frage sein, die eventuell in der kommenden Legislaturperiode eine Rolle spielt“. Apropos: Geht Wallner mit dem jetzigen Team in die Wahl? Oder stehen noch weitere Umbildungen an? „Die endgültige Ausrichtung auf 2014 geht in die Planung“, antwortete Wallner, „ich will jetzt nicht zu viel an Unruhe erzeugen, sondern das Team optimal aufstellen.“ Allerdings solle man nie Endgültiges sagen, fügte Wallner an, „weil man sich da vielleicht unnötig fixieren würde“.
Wir haben eine Reihe Persönlichkeiten kontaktiert, das Ganze ist schließlich eindeutig pro Mennel ausgegangen.
LH Markus Wallner