Tempel, Tee und Tuk-Tuks

Die „Perle des Indischen Ozeans“ ist nach wirtschaftlichen Turbulenzen wieder gut zu bereisen.
Mitten im geschäftigen Colombo, auf dem kleinen Beira-See, turteln Liebespaare in Tretbooten. Pelikane segeln über den Teich. Setzen auf der Suche nach Fischen immer wieder zum plump wirkenden, aber dennoch meist erfolgreichen Sturzflug an. Am Ufer lässt ein Schlangenbeschwörer eine Kobra nach den Lauten seiner Flöte tanzen. Gleich daneben werden Zuckerwatte, Mangos und junge Kokosnüsse mit Strohhalm darin verkauft.
Wer aus dem europäischen Winter nach Sri Lanka reist, läuft bei der Ankunft in Colombo erstmal gegen eine klimatische Wand. Schmatzende Luftfeuchtigkeit und 32 Grad Celsius sorgen für Schweiß auf der Stirn. Hitze, Trubel, Stau – Colombo ist keine Schönheit, in die man sich Hals über Kopf verlieben würde. Wer Chaos gut meistert, entwickelt vielleicht so etwas wie Liebe auf den zweiten Blick mit der wuseligen Metropole. Wir haben eine 14-tägige Rundtour durch das zentrale Hochland und in den Süden zum Baden geplant. Wollen möglichst viel Kultur und Natur Sri Lankas erfahren. Und so viel vorweg: Von beidem hat die Perle im Indischen Ozean jede Menge.
Erster Stopp: Kandy
Zu unserem ersten Stopp in Kandy sind es 115 Kilometer. Die Straße führt durch eine unendliche Aneinanderreihung von Dörfern. Ab Mirigama wird die Vegetation üppiger. Bald ragen Urwaldriesen in den Himmel. Darin hängen Hunderte Flughunde kopfüber beim Nickerchen. Die Papageien hingegen sind tagaktiv und schwirren krächzend kreuz und quer. Mittendrin watschelt ein bestimmt zwei Meter langer Waran seelenruhig über die Straße. Die unzähligen Mopeds, Tuk-Tuks, Kleinlaster und Schwertransporte sorgen hingegen für ein Bewegungsprofil, das einem Ameisenhaufen auf Ecstasy gleicht. In Kandy hören wir gerade noch den Schulgong. Schon strömen unzählige Schüler auf die ohnehin vollgepackten Straßen. Die Mädchen mit Zöpfen und Schleifchen, hochgeschlossene, weißen Blusen und Röcken. Jungens mit gebügelten Uniformen und gescheiteltem Haar. Wer nicht mit