Eine Insel, viele Gesichter

Von Funchals bezaubernder Altstadt über hohe Gipfel und tiefe Schluchten bis zum Lorbeerwald.
Die morgendliche Sonne taucht Funchal in ein sanftes Licht und einzelne Nebelschwaden hängen noch in der Luft, als ich in den Defender steige, mit dem Edi und Filipa mir an diesem Tag einige der Highlights von Madeira zeigen wollen. Während die Hauptstadt gerade erst zum Leben erwacht, schlängelt sich unser Jeep schon die Serpentinen hinauf zum Pico do Ariero, dem dritthöchsten Berg der Insel, die weitab von Portugal im Atlantik liegt. Mit jeder Kurve wird die Luft kühler, die Wolken verhängen zwischenzeitlich die Aussicht, doch Filipa ist optimistisch: „In wenigen Minuten kann das Wetter auf Madeira schon wieder ganz anders sein. Vielleicht haben wir ganz oben Glück mit der Aussicht.“ Sie soll recht behalten. Oben angekommen, umgibt uns eine bezaubernde Landschaft. Das Grün der vielfältigen Pflanzenwelt leuchtet in unzähligen Nuancen. Die Wolken ziehen jetzt unter uns hindurch, während der Atlantik in der Ferne glitzert. Kein Wunder, dass wir nicht die Einzigen sind, die sich heute hier hinauf gewagt haben.
Großartige Wanderungen
Die meisten Touristen sind an diesem Vormittag allerdings gut ausgerüstet mit Wanderstöcken, festen Schuhen und Funktionskleidung, denn sie nehmen den Pico do Ariero als Ausgangspunkt für eine der vielen Wanderungen, die man von hier aus unternehmen kann. Eine davon führt zum Pico Ruivo, dem höchsten Berg Madeiras. Von 1818 Metern Höhe verläuft der Weg über schmale Grate und steile Treppen immer wieder bergauf und bergab, passiert dunkle Tunnel und fordert den Wanderern einiges an Adrenalin ab, bis sie schließlich den 1862 Meter hohen Pico Ruivo erreichen. Wer es lieber gemütlicher mag, wandert aber am besten einfach nur bis zum ersten Aussichtspunkt oder unternimmt eine der unzähligen wunderschönen Wanderungen auf der Insel, die entlang der Bewässerungskanäle, genannt Levadas, führen.
Nach einigen Fotos und einem schnellen Espresso ist Edi auch schon wieder bereit zur Abfahrt. Immer wieder hält er aber für