Reise / 03.11.2023 • 11:11 Uhr
Um diese Jahreszeit muss man für die wunderschönen Sonnenaufgänge in Funchal nicht einmal früh aufstehen. Beate Rhomberg
Um diese Jahreszeit muss man für die wunderschönen Sonnenaufgänge in Funchal nicht einmal früh aufstehen. Beate Rhomberg

spektakuläre Fotostopps, bei denen ich mal in schwindelerregender Höhe auf einem Glasbalkon über dem Meer schwebe und mich dann wieder unter einem romantischen alten Steinbogen direkt am Meer befinde. Schließlich lenkt er den Wagen weg von der Straße und in einen schmalen Waldweg. Als ich die Fenster öffne, schlägt mir der Duft von frischem Eukalyptus entgegen, der auf der Insel überall wächst. „Nur im dichten Lorbeerwald, einem der wenigen, die es in Europa noch gibt, ist er nicht zu finden“, erklärt Filipa. Die Räder des Defenders knirschen auf dem Untergrund, während wir durch das Dickicht fahren. Das Zwitschern der exotischen Vögel begleitet uns, ansonsten sind wir jetzt ganz alleine. Hier, fernab der Zivilisation, spürt man das wahre Herz Madeiras schlagen.

Traditionelle Häuser in Santana

Als uns der Wald wieder ausspuckt, sind wir nicht mehr weit von unserem nächsten Ziel Santana entfernt. Nach einem Mittagessen mit spektakulärer Aussicht besichtigen wir eines der typischen kleinen strohgedeckten Häuser, wie sie früher auf Madeira überall zu finden waren. Heute kann man vor allem im Zentrum von Santana noch ein paar wenige davon sehen. Manche wurden in einer Art Freilichtmuseum zur Ansicht nachgebaut, andere sind noch original und teilweise bewohnt. Da sie aber nur rund 4,5 Meter breit und sieben Meter lang sind, eignen sie sich nur mehr bedingt als Behausung.

„Trinkst du gerne Rum?“, fragt mich Edi, als wir wieder beim Auto sind. „Klar, vor allem Poncha“, antworte ich ihm. Neben Madeira-Wein ist Poncha wohl das beliebteste Getränk auf der Insel. Im Original besteht es aus weißem Rum, Honig und Zitronen und wird gerne mit Oliven gereicht. Damit ich nicht nur Poncha, sondern auch Rum aus Madeira probieren kann, fährt Edi unseren letzten Stopp für heute an: die Produktionsstätte von Rum Agricola da Madeira in Porto da Cruz. Bei einem Gläschen altem Rum lasse ich den Tag schließlich ausklingen, bevor wir rechtzeitig zum Sonnenuntergang wieder zurück nach Funchal fahren.