
Korridor La Gamba. Vom plötzlichen Besuch aus Vorarlberg ist er überrascht. „Endlich wieder Dialekt hören, wie schön!“, lacht er, als er uns sieht und verrät uns bei der Führung durch die Station mit einem Schmunzeln: „Es hätte uns als Zivildiener wirklich schlechter treffen können.“ Die Begeisterung für das Projekt steht Jacob und Marco förmlich ins Gesicht geschrieben. Zurecht, denn in Zusammenarbeit mit der Universität Wien konnte in der Region schon viel erreicht werden.
Im Labor herrscht geschäftiges Treiben. Während Marco uns eine Sammlung von wunderschönen Prachtbienen zeigt, wird am Nebentisch gleich von mehreren Studenten an Glasfröschen geforscht. „Wenn ihr Zeit habt, möchte ich euch unbedingt noch die stachellosen Bienen zeigen, die im botanischen Garten ihren Stock haben“, schwärmt Marco – nicht ohne uns unterwegs noch anschaulich zu erklären, dass man gewisse Pflanzen besser nicht berühren sollte, wenn man nicht von einer Kolonie Ameisen angegriffen werden möchte. Ein guter Ratschlag, den wir auf unserer Wanderung am nächsten Tag bestens gebrauchen können.
Abenteuerwanderung
Mit Fernglas und Gummistiefeln ausgerüstet, holt Bruce uns schon frühmorgens in der Lodge ab. Vier Stunden lang wandern wir durch den Regenwald, sehen immer wieder Affen durch den Wald springen und entdecken beim Überqueren des Baches gerade noch rechtzeitig die Giftschlange, die sich am Ufer sonnt. „Eine Tertiopelo“, erklärt Bruce. „Die Schlange, mit der die meisten Unfälle passieren“, fallen mir noch Marcos warnende Worte vom Vortag ein. Nach einem kurzen Blick zu uns zieht sie aber auch schon wieder davon und so machen wir uns weiter auf die Suche nach Tieren, die sich uns heute leider nicht so richtig zeigen wollen. Immerhin sehen wir die frischen Spuren des Jaguars im Schlamm, folgen ihnen einige Meter bis sie sich im Dickicht verlieren. Auf unserer Wanderung, die inzwischen knietief durch den Fluss führt, wird der wilde Süden seinem Namen trotzdem noch einmal mehr als gerecht.

