Granada: Immer der Nase nach

Eine nicht alltägliche Tour lädt dazu ein, in die Geruchswelten der andalusischen Metropole einzutauchen.
Jede Stadt hat ihre eigene Aura, meist geprägt durch die Bauten. In Granada ist es die überwältigende Architektur der Alhambra, die das Stadtbild prägt und die Erinnerung der Reisenden. Doch wie riecht diese Stadt? Eduardo Diaz, genannt Edu, ist überzeugt davon, dass Gerüche noch weit mehr die Erinnerung beflügeln als das, was die Augen wahrnehmen. Deshalb nimmt der studierte Gartenarchitekt uns mit auf eine ganz besondere Tour – hinein in die Geruchswelten Granadas. Ganz einfach ist das in diesen Zeiten nicht, denn mit der Maske vor der Nase kann sich der Geruchssinn nicht gewohnt frei entwickeln. Aber wir tun unser Bestes. Eduardo weiß das zu schätzen. Es ist seine vierte Geruchstour, erzählt er – und dass die Firma noch daran arbeite. Die Idee dazu hatte ein Parfumeur, gemeinsam entwickelten sie die Duftnoten, die ihrer Meinung nach für das alte Viertel Albaycin typisch sind.
Im Viertel der Machtlosen
„Es sind nicht immer nur Wohlgerüche“, warnt der 32-Jährige die Gruppe, denn er will uns auch „das Viertel der Machtlosen“ zeigen, das gegenüber der Alhambra, dem Bereich der Mächtigen, liegt. Als Erstes führt er uns in ein traditionelles Hammam, versteckt zwischen unscheinbaren Häusern. Seit dem 11. Jahrhundert steht „El Bañuelo“ hier mit seinen schlanken Säulen, den fein ziselierten Kapitellen und dem luftdurchlässigen Gewölbe. Überlebt hat dieses älteste arabische Bad Andalusiens die wechselhaften Zeiten der Stadt nur, weil es als Wäscherei diente. Wir riechen Pfefferminze – erfrischend, entspannend und mit einer Note von Orangenschale.
Jasmin und Schuhcreme
„Nicht auf die Kanten treten – sie sind rutschig“, warnt Edu. Es ist ein Auf und Ab durch die engen Gassen in diesem Viertel. Edu erzählt von den Gärten der Alhambra, durch die er an anderen Tagen Gruppen