Ausg’steckt is’ beim Winzer

Marillen und Wein, Wandern und Radeln, Kulinarik und Kulturgenuss haben jetzt wieder Saison in der Wachau.
Alles Marille, könnte man sagen, denn auf geschätzten 100.000 Bäumen wächst die Paradefrucht der Wachau, die in diesen Tagen geerntet wird und quasi frisch vom Baum zu haben ist. 220 Marillenbauern garantieren die Echtheit der Herkunft. Die lokalen Produkte aus den schmackhaften Früchten sind in kulinarischer oder destillierter Form das ganze Jahr über erhältlich. Ganzjährig bereiten außerdem die Gastfreundschaft der Wachauer und die Natur unvergessliche Erlebnisse im rund 35 Kilometer langen Donautal zwischen Melk und Krems.
Als das Herz des Weltkulturerbes Wachau wird der Ort Weißenkirchen mit seiner dominanten gotischen Wehrkirche bezeichnet. Von dort aus lassen sich das Tal und die Hügel auf gut beschilderten Wegen des Welterbesteigs entlang von Panoramawegen oder der Marillenmeile vortrefflich erwandern. Für ausgedehntere Strecken ist das Fahrrad zu empfehlen, das man auch vor Ort ausleihen kann. Die Wege führen meist abseits der Uferstraße durch malerische Dörfer und Weingärten. Als besonders reizvoll auf der Südseite der Donau blieb uns der Weg von Melk nach Sankt Lorenz, vorbei am Schloss Schönbühel, in Erinnerung. Auf unserer nächsten Radtour von Weißenkirchen nach Krems und Göttweig kamen wir direkt durch Dürnstein – die Gelegenheit zur Besichtigung bot sich also geradezu an.
Der Winzer schenkt seinen Wein nur zu bestimmten Zeiten aus. Wenn ausg’steckt is’ – also das Rad aus geflochtenem Stroh oder ein Buschen mit Zweigen draußen hängt, hat der Heurige, auch Buschenschank genannt, offen. Der Heurigen-Kalender gibt Auskunft über die Öffnungstage der zumeist urigen Lokale. myWachau ist die App für alle, die es lieber digital mögen. Wir hatten Glück, dass gerade ausg’steckt war und machten uns auf zum Buschenschank Pomaßl oberhalb von Weißenkirchen. Immer höher hinauf führt der Weg dorthin und immer weiter schweift der Blick über die Donau. Auf der Terrasse des Familienbetriebs genossen wir Wein von den Rieden, an denen wir zuvor vorbeigekommen waren. Dazu wurden exzellente hausgemachte Schmankerl als Stärkung für den Rückweg durch ein dichtes Stück Wald angeboten. Wenn nichts dazwischenkommt,