
durch eine traumhafte Almlandschaft mit Kühen und sprudelnden Bächen – Natur pur. Und doch, oben sieht man mehr. Urplötzlich weitet sich im Falschnaljoch der Blick, gleich vis-à-vis ragen mit Lodner und Hoher Weißen die höchsten, schönsten und markantesten Gipfel der Texelgruppe auf. Noch eine Stufe höher am Spronser Joch öffnet sich der Blick zu den Dolomiten und vor einem zeigen sich die ersten der insgesamt zehn Spronser Seen. Sie zählen zu den beliebtesten Zielen links und rechts des rund 50 Kilometer langen Passeiertals, in dem es rund 700 Kilometer markierte Wanderwege gibt. Das Angebot reicht vom schmalen Steig für gute, trainierte Geher bis hin zu einfachen Genussrunden. Von der Almen- oder Hüttentour bis zum im Jahr 2015 eröffneten, aufwendig gebauten Weg durch die Passerschlucht. Eine beliebte Strecke, bei der man dank mehrerer Brücken und teils spektakulär angelegter Stege zwischen Moos und St. Leonhard in Passeier teilweise dicht über dem glasklaren Wasser der Passer wandert.
Tal der Höhenwege
Das Passeiertal ist ein Wanderparadies und auch bekannt als das Tal der Höhenwege. Einige Etappen des bekannten Meraner Höhenwegs, des Tiroler Höhenwegs von Mayrhofen nach Meran oder vom Medius Pilgerweg, der seit dem Jahr 2014 von Thaur in Nordtirol über 180 Kilometer nach San Romedio im Trentino führt, berühren das Passeiertal. Der mit Abstand bekannteste Höhenweg ist jedoch der Europäische Fernwanderweg E5. Dabei handelt es sich um die Originalroute, die im Vergleich zu den in den letzten Jahren entstandenen Varianten keineswegs überlaufen ist. Nach der Königsetappe über das Timmelsjoch und damit den Alpenhauptkamm passiert man am nächsten Tag die Pfandler Alm, auf der sich einst Andreas Hofer versteckte. Der Anführer der Tiroler Aufstandsbewegung von 1809 wurde im Sandhof bei St. Leonhard in Passeier geboren, kämpfte gegen die bayerische und französische Besatzung seiner Heimat und wurde schließlich von den Franzosen hingerichtet.