Vielfalt auf den Balearen

Die spanische Inselgruppe wird oft mit Partys assoziiert. Dabei gibt es hier viel mehr zu entdecken.
Palma Auch wenn Mallorca seit Jahren gegen das schlechte Image der Partyinsel ankämpfen möchte, die Bilder von feiernden Jugendlichen am Ballermann und auf Ibiza haben sich bei den meisten Menschen nachhaltig festgebrannt. Dabei hat die spanische Inselgruppe für den Sommerurlaub noch so viel mehr zu bieten. Von Slow Travelling und Nachhaltigkeit über atemberaubende Architektur bis hin zu malerischen Weinbergen. Einzigartige Hotels ermöglichen es, die Inseln von einer ganz anderen Seite zu entdecken.
Architektur und Geschichte
Mallorca, die größte Insel der Balearen, ist ein einzigartiger Schauplatz der Kontraste – hier trifft Kultur und Tradition auf modernen Zeitgeist, pulsierendes Stadtleben auf mediterrane Naturlandschaft. Abseits des Trubels können Reisende ein besonderes Architektur-Juwel erleben: Auf einer Landzunge in der Bucht von Palma de Mallorca befindet sich eine ehemalige Militärfestung aus dem 19. Jahrhundert, die in den Sandstein des Cap Enderrocat eingearbeitet wurde. Heute empfängt dort mit dem Cap Rocat eines der exklusivsten Hotels der Insel seine Gäste. Die prächtige Festung fügt sich auf atemberaubende Weise in die Landschaft ein. Dem spanischen Architekten Antonio Obrador gelang eine einzigartige Symbiose aus der Bewahrung der DNA dieses denkmalgeschützten Ortes und dem Esprit eines modernen Luxushotels. Highlight ist der Salzwasser-Pool in zwölf Metern Tiefe unter dem Erdboden. Dank einer Glasdecke ist er dennoch lichtdurchflutet und ermöglicht den Gästen bei Nacht ein Bad unter dem Sternenhimmel und gleichzeitig inmitten der historischen Festung – ein Erlebnis, das noch lange im Kopf bleibt und Mallorca auf völlig neue Weise erfahren lässt.

Nachhaltigkeit auf Formentera
Im Gegensatz zur Nachbarinsel Ibiza ist Formentera vergleichsweise ruhig und überrascht deshalb umso mehr mit seinen weißen Stränden, dem türkisen Wasser und der unberührten Natur. Die unverwechselbare Landschaft ist der größte Schatz der Insel, deshalb ist hier nachhaltiges Reisen besonders wichtig. Besondere Yoga-Sessions erwarten viele nur auf Ibiza, jedoch ist Formentera der wahre „Place to be“ für Yogis und alle, die es werden wollen. Schon lange bevor der Hype auf Ibiza startete, gab es auf der kleineren Nachbarinsel schon Retreats. Und auch heute noch kommen Yoga-Fans auf ihre Kosten: Im Gecko Hotel & Beach Club zum Beispiel erleben die Gäste täglich kostenlose, morgendliche Yogastunden mit dem Resident-Yogalehrer Yiannis Andritsos im paradiesischen Garten mit Blick auf das blaue Meer. Passend zur Yoga-Philosophie werden auch Tagesgäste herzlich zur gemeinsamen Session mit anschließendem Frühstück empfangen – noch ein echter Geheimtipp für Formentera-Urlauber.

Wein und Pferde auf Menorca
Menorca ist die wohl unterschätzteste Balearen-Insel – völlig zu Unrecht. Denn sie hat landschaftlich einiges zu bieten: So finden Reisende auf Menorca in unmittelbarer Nähe der schönsten weißen Sandstrände im Südosten der Insel saftig grüne Weinberge und Wälder. Inmitten dieser Naturidylle befindet sich das Hotel Torralbenc. Es ist das erste Luxus-Boutique-Hotel der Insel und besteht aus mehreren liebevoll restaurierten Bauernhäusern aus dem 19. Jahrhundert. Die umliegenden Weinreben gehören zum eigenen Weingut Bodegas Torralbenc, hinter dem sich ein komplexes Wiederherstellungsprojekt verbirgt. Mehr als zehn Jahre harte Arbeit waren für die Rückgewinnung des kargen Landes nötig. Doch der Einsatz hat sich gelohnt: Heute wachsen dort zehn Rebsorten und die Gäste des Hotels kommen in den Genuss des hauseigenen Weines, sei es im Restaurant oder bei Verkostungen direkt in den Reben.
Für Tierliebhaber gibt es noch einen besonderen Tipp: Das Torralbenc ermöglicht Gästen Ausritte auf edlen menorquinischen Pferden, die als besonders groß und majestätisch gelten, gleichzeitig aber auch als treue Weggefährten. Das Halten dieser Tiere hat auf Menorca eine lange Tradition.