
Steilklippen und die Halbinsel Ponta de São Lourenço im äußersten Osten Madeiras. Die Atlantikinsel ist kein klassisches Ziel für Bade- oder Strandurlaub. Zwar findet man einige Buchten mit schwarzem Vulkansand und auch Wassersportler, wie Surfer oder Taucher kommen auf ihre Kosten – weiße Sandstrände sucht man allerdings eher vergebens. Dafür lohnt sich ein Abstecher auf die Nachbarinsel Porto Santo.
Zeit zum Genießen
Bei Santana, in der Quinta do Furao, ist es schließlich Zeit für ein Mittagessen. Genuss kommt auf Madeira definitiv nicht zu kurz. Auf der Karte stehen Fische und Meeresfrüchte, vor allem Degenfisch und Oktopus wird in dieser Woche zu meiner Leibspeise. Als Vorspeise gibt es Brot aus Süßkartoffeln, das noch ofenwarm serviert wird, und köstliche Muscheln. Im Restaurant Kampo in Funchal kocht Julio Pereira hingegen vorzugsweise mit Fleisch. Wer gereiftes T-Bone-Steak oder eine 18 Stunden lang, bis zur Perfektion geschmorte Lammkeule probieren möchte, sollte unbedingt hierherkommen. Als Aperitif wird meist Madeira gereicht, der traditionelle Süßwein, der auf der Insel produziert wird.
Zu Fuß erkunden
Während uns die Jeeptour am Vortag einen ersten Einblick in die Insel verschafft hat, tauchen wir am nächsten Tag mit Fabio zu Fuß näher in die Inselwelt ein. Eine Wanderung entlang der Levadas bringt uns an einen idyllischen Wasserfall, wo Wagemutige sich beim Canyoning vor unseren Augen ins Wasser stürzen. Uns ist es heute noch zu kalt für ein Bad im Fluss, im Sommer kann man sich hier allerdings wunderbar erfrischen. Auf dem Rückweg führt unser Guide uns noch zu einem Geheimtipp. Die Allee aus Baumheiden, die wir mit ihm durchqueren, wirkt fast wie ein Zauberwald, dem wir staunend folgen, bis sich wenig später vor uns das Dickicht lichtet und einen atemberaubenden Blick auf die Berge bis hin zur Küste freigibt. „Na, hab ich zu viel versprochen?“, fragt Fabio lachend. Dass wir begeistert unsere Kameras zücken scheint als Antwort wohl zu reichen. Sich auf Madeira einen Wanderführer zu nehmen, zahlt sich aus, denn wer würde schon vermuten, dass sich ein paar Hundert Meter abseits einer unscheinbaren Straße so ein Ausblick versteckt, der von den bewaldeten Bergen bis hin zum Meer reicht.

