Parma bleibt 2021 Kulturhauptstadt

Die Veranstalter hoffen auf Liveveranstaltungen, aber auch das digitale Angebot kann sich sehen lassen.
Parma Käse und Schinken –klar. Dafür ist Parma weltbekannt. Touristisch jedoch wird die 200.000-Einwohner-Stadt in der Emilia-Romagna oft unterschätzt, obwohl sie auch aus kultureller Sicht sehr viel zu bieten hat. Das Großprojekt „Italienische Kulturhauptstadt 2020“ sollte das deutlich machen. Entsprechend viel hatte man sich vorgenommen. Doch gerade als das ambitionierte Programm Anfang 2020 Fahrt aufnahm, bremste es die Corona-Pandemie inklusive Lockdown radikal wieder aus. Aufgeben war jedoch keine Option. Vielmehr machten die Organisatoren das Beste daraus. So konnte Parma „ihrem“ Komponisten Giuseppe Verdi, ganz in der Nähe geboren und auf Parmas Opernbühnen berühmt geworden, mit der Reihe „Verdi im Park“ immerhin einige Veranstaltungen widmen. Doch das Wichtigste: Man verlängerte kurzerhand den Status als Kulturhauptstadt um ein Jahr –und damit auch das Programm. So haben Besucher weiterhin die Möglichkeit, sich aus dem mehr als 500 Veranstaltungen umfassenden Angebot das Passende auszusuchen. Wobei auch hier vieles ins Virtuelle verlagert wurde: soziale und kulturelle Teilhabe, Veranstaltungen und Ausstellungen. Dank modernster 360-Grad-Technologie können sich Interessierte in den prestigeträchtigen Sälen vieler Kultureinrichtungen bewegen, mitunter in Begleitung fachkundiger Guides. So lässt sich die Zeit, bis Events wieder in Präsenz stattfinden können, gut nutzen. Gut zu wissen: Es tut sich etwas. Seit Anfang Februar dürfen in der Emilia-Romagna nämlich wieder Museen sowie Bars und Restaurants bis 18 Uhr öffnen.
Kultur schlägt die Zeit
Apropos Zeit: Das Programm-Motto „La cultura batte il tiempo“ („Kultur schlägt Zeit“) ist geblieben. Steht die Zeit doch für die unterschiedlichen Epochen, die die Stadt geprägt haben: von den Römern über das Mittelalter und die Habsburger bis zum Parma des 21. Jahrhundert. Die spannende Geschichte der im Herzen der Po-Ebene gelegenen Stadt spiegelt sich auch in einer ganzen Reihe von Sehenswürdigkeiten wider. Zu den Highlights des 184 vor Christus von den Römern errichteten Parma gehör(t)en einst wie heute der unter der Papstfamilie Farnese entstandene weitläufige Parco Ducale mit dem gleichnamigen Palazzo sowie der auf der anderen Flussseite gelegene Palazzo della Pilotta. Aktuell beherbergt das von außen mehr einer Festung als einem Palast gleichende Ensemble mehrere Museen, darunter das Archäologische Nationalmuseum und die Nationalgalerie Parma.
Schinken, Käse, Pasta
Eine wichtige Rolle spielt in Parma auch die Kulinarik. In und um die Stadt befinden sich Hunderte Parmesan-Käsereien und Prosciutto-Produzenten. Zudem ist in der Region mit Barilla die weltgrößte und älteste Pasta-Fabrik zu Hause. Zusammen mit lokalen Weinen, den berühmten Steinpilzen von Borgotaro und Albareto sowie dem schwarzen Trüffel von Fragno ergeben sich jedenfalls schier unendliche Gerichte-Kombinationen. Geplante Diäten sollte man also unbedingt auf die Zeit nach dem Parma-Besuch verschieben.


Kulturhauptstadt
Motto La cultura batte il tiempo (Kultur schlägt die Zeit)
Virtuelles Programm Die online-Veranstaltungen kann man sich auf www.parma2020.it sowie in der Gratis-App „Parma 2020+21“ anschauen.