
Namen Soliman hörte, dem damaligen portugiesischen König Johann III. und dessen Neffen Erzherzog Maximilian von Österreich, dem späteren Kaiser Maximilian II., zu tun. Beinahe 470 Jahre ist das jetzt her, Soliman war ein Geschenk des portugiesischen Königs für seinen Neffen. Der Elefant kam aus Indien und wanderte schließlich über die Alpen bis nach Wien. Der Tross machte, von Genua kommend, inklusive Soliman in Auer Station. „Die Ankunft des Elefanten in Auer im Jahr 1551 ist historisch belegt. Unser heutiger Gasthof hieß damals ,Zur Hylbe‘“, erzählt der Hotelier, der das Haus in der sechsten Generation mit seiner Familie betreibt.
Das Hotel heißt, wie sollte es anders sein, „Elefant“, und nicht nur auf dem Dach ist das zu erkennen. Die Geschichte, auch die mit dem Elefanten, ist dem 40-Jährigen wichtig. „Unser Haus wurde im Jahr 1397 zum ersten Mal urkundlich erwähnt“, erzählt er in seinem Weinkeller, einem ebenfalls aus Stein gebauten Gewölbe. Rüdiger Bonell, der auch gelernter Sommelier ist, schenkt einen „biodynamischen“ Wein ein. Lagrein ist seine Lieblingsrebe und gleichzeitig typisch für Südtirol.
Liebgewonnener Brauch: Törggelen
Geschichte und Tradition sind für Bonell das eine, die Gegenwart und Zukunft das andere. Er ist in der Welt herumgekommen, aber zurückgekehrt ins Dorf mit 3500 Einwohnern. „Ich schätze die Vorzüge des Dorfes mehr als die einer Stadt“, sagt er. Bonell, der Wirtschaft in Innsbruck studiert hat, setzt neben den Gästen, die seit Jahren immer kommen, auf junges Publikum: Mit Wandern und Radeln zum Beispiel. Saurer Kalbskopf, den seine Oma schon gekocht hat, ist da nicht das Maß der Dinge, auch wenn man den gut präsentieren könne. Als Jäger sorgt er jetzt im Herbst für das eine oder andere schmackhafte Wildgericht, das sein Chefkoch zubereitet.
Heute aber ist im Elefant Törggelen angesagt, ein liebgewonnener Brauch in Südtirol. Es gibt Speckteller, Gerstensuppe, Schlachtplatte mit Sauerkraut und Knödel, Apfelstrudel und Kastanien – und natürlich einen guten Wein.