Korsika: Einsame Spitze

Auf der Mittelmeerinsel wurde diesen Sommer auf Sicherheit gesetzt.
Calvi „Wir sind’s, die Fischers! Schön, dass ihr auch wieder da seid“, tönt es schon fröhlich beim Einsteigen in den Bus, der uns nach Ankunft am Flughafen von Calvi bereits erwartet. In den Störrischen Esel kommen ist für viele eben auch ein bisschen wie nach Hause kommen und all die liebgewonnenen Freunde vom Jahr zuvor wieder treffen. Im Feriendorf angekommen wartet nach der kurzen Anreise aus Altenrhein auch schon Gastgeberin Uschi und empfängt uns mit kühlen Getränken. Schon nach wenigen Minuten ist uns klar – wegen Corona muss man sich hier nicht mehr Sorgen machen als zu Hause auch. Die Urlauber halten brav Abstand, die Angestellten tragen Visiere oder Masken, Desinfektionsmittel stehen überall bereit und das Feriendorf bietet mit seiner großzügigen Parkanlage mehr als genug Platz, um anderen Gästen aus dem Weg zu gehen. „Dass Korsika nicht für den Massentourismus geeignet ist, kommt uns jetzt zugute“, zeigt sich Geschäftsführer Thierry de Durand erleichtert, dass Anfang August endlich die ersten Flieger auf der Insel landen dürfen. Wer auf Korsika keine Leute treffen möchte, hat genügend Möglichkeiten, denn die Insel bietet abseits der Städte ausreichend Platz für Aktivurlauber aller Art und auch die Strände außerhalb von Calvi zeigen sich selbst zur Hochsaison teilweise noch menschenleer.

Endlich wieder am Meer
Nach einer kurzen Begrüßung beziehen wir auch schon unsere Bungalows, die zuvor mit „Desinfektionsbomben“ virenfrei gemacht wurden, und begeben uns nur wenige Minuten später an den Strand von Calvi, denn wir können es kaum erwarten, in diesem Sommer nun doch noch ins Meer zu springen. Lange Zeit war schließlich nicht klar, ob es möglich sein würde, doch aufgrund der gelockerten Einreisebedingungen und der geringen Anzahl an Corona-Fällen auf der Insel, zieht es nun doch noch zahlreiche Urlauber nach Korsika, die sich zusammen mit uns die Sonne auf die Haut scheinen und einfach nur die Seele baumeln lassen.

Mit dem Fahrrad ins Fangotal
Nach den ersten erholsamen Tagen darf es aber auch bei uns etwas mehr Aktivurlaub sein. E-Bike-Touren oder Radtouren im Allgemeinen gehören derzeit wohl zu den beliebtesten Aktivitäten bei den Urlaubern und natürlich ist man auch im Störrischen Esel vor vielen Jahren auf diesen Trend aufgesprungen. Zwölf strombetriebene KTM-Räder stehen im Feriendorf für die Gäste zur Verfügung und Guide Yann hat bereits alle auf die passende Größe eingestellt, als wir uns um acht Uhr morgens vor dem Verleih einfinden. Nach einer kurzen Probefahrt durch die Anlage und einer ausführlichen Einführung geht es auch schon los. Zwar haben ein paar der Teilnehmer schon zwei Tage zuvor die Chance genutzt, sich bei der Einführungstour mit den Rädern bekannt zu machen, die heutige 85 Kilometer lange Strecke, die über den Marsolinopass führt, ist aber selbst für erfahrene Radfahrer eine kleine Herausforderung, denn schließlich sollte der Akku nicht schon in der Hälfte ausgehen. Wir machen uns auf den Weg, vorbei am Strand von Calvi und Yann gibt immer wieder kleine, aber wertvolle Tipps, wie wir noch effizienter radeln können. Nach einer knappen halben Stunde sehen wir vor uns schließlich schon den Marsolino, die Straße gewinnt immer mehr an Steigung, aber mit ein bisschen Unterstützung sind die 300 Höhenmeter auf 4,5 Kilometer selbst für sonst weniger sportliche Teilnehmer ohne Probleme machbar. Trotzdem sind wir erleichtert und stolz, einen der anstrengendsten Teile der Tour geschafft zu haben und genießen den wunderbaren Ausblick über das Marsolinotal, der zusammen mit der rasanten Abfahrt für den Aufstieg entschädigt. Und so geht es schließlich dahin, bis wir nach etwa drei Stunden die berühmten Fangogumpen bei Tuarelli erreichen. Während sich die einen zuerst mit einer Pizza stärken, springen die anderen schon gleich ins lang ersehnte kühle Nass. Das kristallklare Wasser des Flusses lädt zum ausgiebigen Baden ein, Mutige klettern auf einen der Felsen und springen aus der Höhe in den Fango.

Nach der ausgiebigen Mittagspause schwingen wir uns wieder auf die Sättel und machen uns auf den Rückweg, der mit mehreren kleinen Aufstiegen noch einmal unsere ganze Energie fordert. Der grandiose Ausblick entschädigt allerdings für alle Strapazen. Schließlich geht es, vorbei an den alten Silberminen, wieder bergab zum Strand von Argentella, wo wir uns im Meer noch einmal abkühlen. Eine Stunde lang radeln wir von hier aus mal rauf, mal runter zurück nach Calvi. Zu unserer linken Seite leuchtet das Meer in den schönsten Blautönen. Es sind fast keine Autos unterwegs. Wir haben die Landschaft scheinbar für uns alleine und so werfen wir nach dem letzten Anstieg noch einen Blick auf die wunderschönen Felsformationen und die Halbinsel Revellata, bevor wir – trotz Motor – müde und zufrieden wieder den Störrischen Esel erreichen.
Spaziergang nach Calvi
Die Woche auf Korsika vergeht wie im Flug. Zwischendurch spazieren wir abends über den Steg am Strand entlang ins nahegelegene Calvi, das schon von Weitem mit seiner Zitadelle beeindruckt. Am Hafen bewundern die Touristen die mächtigen Yachten, die im Hafen liegen und genießen in den Restaurants Köstlichkeiten wie Moules frites und andere korsische Spezialitäten. Wären nicht die Masken, die in allen Geschäften diszipliniert getragen werden, man könnte die Coronakrise glatt für ein paar Tage vergessen. Aber auch so sind wir glücklich, dem Störrischen Esel in diesem besonderen Sommer doch noch einen Besuch abgestattet zu haben. Und es wird wie bei so vielen nicht der letzte gewesen sein.
Korsika
Anreise Rhomberg Reisen bietet noch bis 11. Oktober Charterflüge ab Altenrhein.
Unterkunft Feriendorf zum Störrischen Esel. Alle Infos gibt es online auf www.stoerrischeresel.com
Saison Korsika eignet sich im Frühjahr und Herbst besonders gut zum Wandern, im Sommer für Badeurlaub.
Ein botanischer Rundgang

Vielfalt Der Naturpark Parc de Saleccia befindet sich am Rande des Städtchens Île-Rousse und bietet einen traumhaften Einblick in die vielfältige korsische Pflanzenwelt. Das sieben Hektar große Anwesen der einstigen Landwirte Bruno Demoustier und seiner Frau Irène Aquaviva ist seit dem Jahr 2005 für die Öffentlichkeit zugänglich und ist eine wahre Idylle für alle Naturliebhaber.
Mit viel Liebe und Leidenschaft wurde der Garten gestaltet und zeigt die typischen Pflanzen der Insel. Darunter Olivenbäume, die Gewächse der Macchia – allen voran die Immortelle –, Pinienbäume oder auch Lavendel. Daneben werden aber auch Pflanzen aus Südafrika, Australien, Neuseeland und Kalifornien gezeigt. So kann man als Besucher quasi mit den Pflanzen um die ganze Welt reisen.
