VN-Reisebericht: Urlaub in Österreich für Genießer und Naturfreunde

Die Region Wachau–Nibelungengau-Kremstal gilt als einzigartiges Gesamtkunstwerk.
Reiche Kulturschätze, das wohl bezauberndste Flusstal Europas und eine sonnenverwöhnte, international renommierte Weinbauregion – die Region Wachau–Nibelungengau-Kremstal ist ein bevorzugter Treffpunkt von Genießern aus aller Welt. Als eine der ältesten Kulturlandschaften Österreichs wurde die Wachau im Jahr 2000 zum UNESCO-Weltkulturerbe gekürt. Damit wurde eine Kulturlandschaft gewürdigt, die nicht nur an landschaftlicher Schönheit viel zu bieten hat, sondern auch ein Schlaraffenland für Genießer und Weinliebhaber ist.

Seit Tausenden von Jahren leben in der Region Wachau-Nibelungengau-Kremstal Menschen, die mit der Natur in Harmonie leben und auf ganz besonders reizvolle Art mit ihr verschmolzen sind. Von der langen kulturellen Tradition auf Wachauer Boden zeugen Funde wie die „Tanzende Venus vom Galgenberg“ oder die „Venus von Willendorf“. Geprägt hat die Zivilisationsgeschichte der Wachau nicht zuletzt der mächtige Donaustrom. Unzählige Händler und Reisende, aber auch Kreuzfahrerheere und Pilgergruppen zogen auf Schiffen durch die Wachau und sorgten immer wieder für neue Impulse in Kunst und Wissenschaft.
Region für Weinkenner
Seit der Zeit der Römer ist die Wachau Weinland. Fast drei Viertel der Weinberge waren bereits Ende des 15. Jahrhunderts in kirchlichem Besitz, überwiegend in den Händen der bayerischen Klöster. Weinbau und Handel florierten schon damals: Der Wein wurde auf Zillen und Schiffen nach Oberösterreich und Bayern verschifft, im Gegenzug kamen Salz, Eisen und andere Güter in die Wachau. An den Ufern entstanden Treppelwege, damit die Schiffe besser mit den Pferdegespannen flussaufwärts gezogen werden konnten. Heute fühlen sich die Wachauer Winzer vor allem der Qualität verpflichtet: An die zweihundert Winzer sind Mitglieder des Gebietsschutzverbands „Vinea Wachau Nobilis Districtus“, damit wird 85 Prozent der Rebfläche der Wachau nach den Kriterien der Qualitätsvereinigung bewirtschaftet. So ist unter anderem allen Mitgliedern der Zukauf von Trauben aus anderen Weinbaugebieten nicht erlaubt.
Um die Einzigartigkeit der Weine aus den Weingärten des Donautals zwischen Spitz und Krems zu betonen, gibt es drei Kategorien: Steinfeder (leichte, duftige Weine, wenig Alkholgehalt), Federspiel (klassisch trocken, etwas gehaltvoller) und Smaragd (große und wertvollste Weine der Wachau). Eine ganze Reihe von Spitzenweinen kann heute bei einer Reise durch die Wachau jederzeit verkostet werden. Viele Winzer bieten in Innenhöfen oder Gärten nachmittags oder an lauen Sommerabenden Weine und andere Köstlichkeiten aus der Region an. Die kleinen oder großen Deftigkeiten werden dabei traditionell vom berühmtesten Wachauer Gebäck begleitet: dem „Wachauer Laberl“, kreiert von der Dürnsteiner Bäckerei Schmidl.

Geheimtipp Nibelungengau
Während die Wachau und das Kremstal weithin bekannt sind, gilt die Region Nibelungengau bei vielen noch als Geheimtipp. Bezeichnet wird damit das weite Tal westlich der Wachau zwischen Ybbs und Melk. Zu den wohl bekanntesten Orten des Nibelungengaus gehört auf der Anhöhe des rechtsseitigen Donautals der Wallfahrtsort Maria Taferl. Über 300.000 Pilger erfreuen sich jährlich an der barocken Basilika, der Schatzkammer und der wunderschönen Aussicht, die man von hier aus nach der Wanderung auf das gesamte Donautal genießen kann.
Wachau-Kremstal-Nibelungengau
Bekannte Orte Ybbs, Melk, Krems, Spitz, Maria Taferl, Rossatz
Saison Frühjahr bis Herbst
Unterkunft Lichtlmühle oder Haus Egger in Emmersdorf (Wachau)
Marillenweg Weitere Informationen auf www.marillenweg.at
Marillenernte Die Wachauer Marillen werden im Juli geerntet

Beate Rhomberg 
Beate Rhomberg 
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Beate Rhomberg 
Beate Rhomberg 
Etwa 300.000 Pilger kommen Jährlich nach Maria Taferl. Shutterstock/Stefan Leitner 
Die Marillen werden im Juli in Handarbeit geerntet. Donau Niederoesterreich/Steve Haider