Baku: Orient und Moderne

Reise / 21.02.2020 • 09:38 Uhr
Baku: Orient und Moderne

Ihre ungewöhnliche Mischung macht die Hauptstadt Aserbaidschans zu einem lohnenden Ziel.

Es geht vorbei an morbiden Hafenanlagen, einer großen Moschee und zahlreichen Bohrtürmen. Dann stoppt der Bus. Wir müssen umsteigen in einen klapprigen Lada. Und schon brettert der Fahrer los, als gelte es, einen neuen Geschwindigkeitsrekord aufzustellen. Mit Vollgas fliegen wir über ausgefahrene Pisten, unterbrochen von abrupten Bremsmanövern vor gröberen Unebenheiten oder Felsbrocken. Dann stoppt der Fahrer auf einem Parkplatz. In der Ferne liegt das Kaspische Meer. Weiße Schaumkronen glitzern in der Sonne, die immer wieder kurz durch die Wolkendecke bricht. Ein kräftiger Wind fegt über die staubige Wüstenlandschaft des Gobustan Nationalparks rund 60 Kilometer südwestlich der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku.

Vor uns liegen die Schlammvulkane, mehr als ein Dutzend mausgraue, oft nur ein paar Meter hohe Haufen, in deren Mitte es blubbert. Ab und zu schießen kleine Fontänen in die Luft. Und wer Pech hat, den erwischen ein paar Spritzer. Rund 300 solcher Schlammspucker soll es in Aserbaidschan geben, mehr als in jedem anderen Land.

„Lada very good“, strahlt der Fahrer, bevor er wieder in seine Klapperkiste einsteigt und zurückbrettert. Mit dem Bus geht es zu einem weiteren Höhepunkt des 44 Quadratkilometer großen Nationalparks: den rund 6000 teils prähistorischen Felsgravuren. Sie zeigen Jagdszenen, Tiere und einfache Darstellungen von Menschen und gehören seit 2007 zum Unesco Weltkulturerbe. Ihre Geschichte lässt sich im modernen Petroglyph Museum multimedial erleben.

Zurück in Baku kann der Besucher auf den Spuren der alten Seidenstraße wandeln. „Auf der einen Seite fanden damals Muslime, Christen und Juden Quartier und Schutz, auf der anderen Seite Hindus und Zoroastrier, die Anhänger des uralten Feuerkultes“, erzählt Touristenführer Jamshed bei der Besichtigung der alten Karawanserei. Die restaurierte Altstadt mit ihrer mittelalterlichen islamischen Architektur, dem sagenumwobenen Jungfrauenturm und dem Palast der Schirwanschah-Dynastie lässt sich am besten zu Fuß

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