Im Land der Weihnachtsbäume

Wo kommt wohl der Weihnachtsbaum her? Ganz klar, aus dem Elsass. Sagen jedenfalls die Elsässer.
So sahen sie aus, die ersten Weihnachtsbäume. Geschmückt mit Äpfeln und Oblaten“, erklärt Philippe Rauel. Um die Advent- und Weihnachtszeit zieht der Verwaltungsangestellte, verkleidet als Professor Sappinus, abgeleitet vom französischen Namen des Tannenbaums, Sapin, durch die Region Mittel-Elsass und Oberrhein. Auffällig gekleidet mit rot-weiß kariertem Hemd, Gärtnerschürze und flachem, breitkrempigem Hut, bringt er den Menschen die Geschichte des Weihnachtsbaumes nahe.
Rauel alias Professor Sappinus stammt aus Sélestat in Mittelelsass und ist sicher: „Die Geschichte des Weihnachtsbaums beginnt in der Umgebung von Selestat, dieser damals großen alemannischen Region, im ausgehenden Mittelalter.“ Die humanistische Bibliothek von Sélestat besitzt ein Dokument vom 21. Dezember 1521, in dem der Mundschenk des Bürgermeisters darüber berichtet, dass eine Summe Geldes bewilligt wurde, um die „Meyen“ zu schützen. So nannte man Festbäume, die in diesem Dokument erstmals als Weihnachtsschmuck erwähnt wurden.
Ja, er wisse, dass im nicht weit entfernten Freiburg bereits hundert Jahre früher die Bäckerzunft einen plätzchenbehangenen Tannenbaum aufstellte, der am Weihnachtstag von den Kindern geplündert werden durfte. „Aber wir wollen doch keine Konkurrenz, uns geht es nur um den Weihnachtsbaum.“ Und so hängen in der Sankt-Georges-Kirche in Sélestat die Tannenbäume vom 30. November bis zum 5. Januar als kleine Weihnachtsausstellung. Das erste, was auffällt: Bis Mitte des 19. Jahrhunderts hingen die Weihnachtsbäume von der Decke, sie standen nicht auf dem Boden. „Was glaubst du, wie viele Mäuse früher auf einen leckeren Apfel warteten?“, erklärt Professor Sappinus. Deshalb wurden in den Bauern- und Bürgerhäusern die Bäume außer Reichweite der Nager angebracht.
Rauels Forschungen ergaben, dass die Geschichte des Weihnachtsbaums auf alte heidnische Bräuche zurückgeht. Zur Wintersonnenwende schmückten unsere Vorfahren ihre Hütten mit
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