Aufbruch im Kaukasus

Reise / 12.04.2019 • 10:18 Uhr
Aufbruch im Kaukasus

Georgien beeindruckt mit faszinierenden Landschaften und einer ungewöhnlichen Art der Weinherstellung.

Die Forellen hat mein Mann Wano gerade aus unserem Teich geholt. Das Wasser kommt vom eiskalten Bergfluss Mtkvari. Darin tummeln sie sich zahlreich“, erzählt Valadia stolz. Sie hat für jeden unserer kleinen Reisegruppe einen Fisch auf den Grill gelegt. Derweil bereitet der Rest der Familie gerade nebenan in der Küche ein großes Essen vor. Alles frisch aus dem eigenen Garten. Das versteht sich hier von selbst auf dieser weit von der Zivilisation abgeschiedenen Hochebene von Dschawachetien. Sie ist eingerahmt von mächtigen Felswänden aus Granit und Tuffstein des Kleinen Kaukasus. Und in diesen weichen Tuffstein haben Menschen im 12. Jahrhundert hoch oben in einer 500 Meter hohen Flanke des Berges Ereschti eine ganze Höhlenstadt geschlagen, die einst 50.000 Menschen Unterschlupf bot. Gestärkt vom guten Essen und nach einer kurzen Fahrt steigt die Gruppe gut 100 Höhenmeter dem zerklüfteten Hang mit seinen Höhlen entgegen. Oben erwartet die Besucher ein Labyrinth aus Gängen, Wohnräumen mit Vorratskammern, die Spuren einer Bäckerei und einer Apotheke sowie mehrere Weinkeller und ein Raum, in dem eiskaltes, klares Gebirgswasser gesammelt wurde. Im Höhlenkloster beeindrucken Original-Fresken, unter anderem von König Giorgi III. mit seiner Tochter, der späteren Königin Tamara. Der Regent hatte das Höhlenbauwerk einst als Grenzfestung gegen die nur ein paar Kilometer entfernt stationierten Türken errichtet.

Schaut man auf der Rückfahrt aus dem Fenster des Kleinbusses, so wechseln sich tief eingeschnittene Täler mit savannenartigen Landschaften ab. In der Stadt Achalziche muss der Busfahrer plötzlich Ruhe bewahren. Treibt doch ein berittener Viehtreiber mit Peitsche, einem Cowboy ähnlich, seine Rinderherde über eine belebte Kreuzung der 20.000-Einwohner-Stadt.

Das nächste Ziel liegt tief unter der Erde. Der Weg zum Eingang in die Unterwelt führt vom Osten des Landes über den Rikoti-Pass nach Westgeorgien. Im ehemaligen Kurort Zkaltubo sieht man an den verfallenen Kurhäusern, dass die russischen Kurgäste, die einst

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