Delfinen und Walen auf der Spur

Bei Beobachtungstouren vor der Küste Madeiras sind Wale und Delfine garantiert.
reise. (srt/Rudi Stallein) Wir haben lange warten müssen. Aber nun tanzen zwei Dutzend Delfine um unser Boot herum und vollführen übermütig Luftsprünge. Kaum sechs Kilometer vom Strand entfernt. Damit hatten wir nicht gerechnet. Aber die Chance, bei einem Bootsausflug entlang der Blumeninsel im Atlantik tatsächlich Delfine oder Wale zu Gesicht zu kriegen, ist sehr hoch. Denn die große Meerestiefe vor der Vulkaninsel sorgt dafür, dass sich sogar ausgewachsene Wale mutig bis nah an die Küste wagen. Deshalb kann „Rota dos Cetáceos“, eine Firma, die sich auf die Beobachtung von Delfinen, Walen und Seeschildkröten rund um die Insel Madeira konzentriert hat, sich die Garantie leisten, dass ihre Kunden Wale oder Delfine zu sehen bekommen. „Andernfalls laden wir Sie auf eine neue Fahrt ein, komplett gratis“, verspricht der Prospekt.
Über 20 verschiedene Walarten
„Wenn Sie für später etwas davon haben wollen, machen Sie besser Filme statt Fotos“, rät Meeresbiologin Claudia Moreira, die unsere Tour begleitet, „denn die Tiere sind manchmal sehr trickreich.“ Und wahnsinnig schnell, wie wir bald darauf feststellen.
Nach einer kurzen Einweisung, bei der wir erfahren, dass sich mehr als 20 Walarten vor Madeira im Atlantik tummeln, und dass wir nie lange bei einer Gruppe verweilen werden, weil das die Tiere zu sehr unter Stress setzt, besteigen wir im Hafen von Funchal ein Schlauchboot und steuern aufs Meer hinaus. Im Sommer finden die Beobachtungstouren drei Mal, im Winterhalbjahr zwei Mal am Tag statt. Manchmal kann man mit den Delfinen sogar baden. Jetzt, im Winter, ist es dafür zu kalt.
Pottwale in Sicht
Wir blicken gespannt geradeaus. Vor uns kräuselt sich blau das Meer bis zum Horizont. Von Walen und Delfinen ist nichts zu sehen. Gut fünfzehn Minuten geht das so. Dann drosselt Bootsführer Pedro plötzlich mit einem Ruck den Motor. „Da, Pilotwale“, ruft er. Bis wir begriffen haben, was los ist, sind die grauen Flossen im Meer schon nicht mehr auszumachen. „Die können zehn bis 15 Minuten ohne Auftauchen unter Wasser bleiben“, weiß Pedro. Na prima. „Auf ein Uhr sind wieder Wale“, ruft Pedro und wendet das Boot. Jetzt wird’s hektisch. „Auf