Hitzeschlacht in Hohenems: VFB demütigt Kufstein mit furiosem Kantersieg

Bei heißen Temperaturen dominierten die Hohenemser ihre Tiroler Gäste nach Belieben. VFB-Coach Grabherr visiert nach dem Sieg die Tabellenspitze an.
Hohenems Nicht nur die Temperaturen in Hohenems waren drückend, auch die Heimmannschaft war von Minute eins weg das drückend überlegene Team. Die Hohenemser behielten in den ersten Minuten in den Zweikämpfen die Oberhand und kontrollierten mit viel Ballbesitz das Spiel. Immer wieder sind sie bemüht das Spiel von hinten heraus geordnet aufzubauen. 16 Minuten vergingen allerdings, bis es zur ersten nennenswerten Annäherung der Steinböcke in Form eines Konters in Richtung des Tors der Kufsteiner kam. Yabantas verpasste jedoch den richtigen Zeitpunkt des Abspiels und so verpuffte die aussichtsreiche Situation. Eine Szene, die das Spiel bis dato gut beschreibt – oft fehlte den Vorarlbergern die Genauigkeit im letzten Drittel, um richtig gefährlich zu werden.
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Verteidiger-Festspiele nach der Trinkpause
Im Anschluss an eine kurze Trinkpause geht es dann Schlag auf Schlag. Nach einem Freistoß in der 27. Minute aus dem rechten Halbfeld köpft Heimböck den Ball an den Querbalken – um ein Haar die Führung für die Hohenemser. Es hat wohl diese Aktion gebraucht, sodass das Spiel endlich an Schwung gewinnt. Nun fanden viele hart geführte Zweikämpfe statt – die heißen Temperaturen übertrugen sich nun auf das Spiel am Platz. Wenige Minuten später klingelte es im Kasten der Kufsteiner. Wieder ist es Verteidiger Heimböck nach einem Standard und dieses Mal sitzt er. Da es mit dem Kopf zuvor nicht geklappt hat, ließ sich Heimböck in der 35. Minute etwas Ungewöhnliches einfallen und versenkte die Ecke mit der Hüfte ins lange Eck.

Dass der Treffer keinen Schönheits-Award gewinnen wird, wird dem Heimteam egal sein. Nur vier Minuten später zappelte der Ball gleich nochmal im Netz – wieder dürfen die Vorarlberger jubeln. Nach einem Freistoß steht abermals Heimböck im Mittelpunkt. Den Schuss des Innenverteidigers kann der Tiroler Torhüter gerade noch abwehren, doch der Ball fällt Ferreira da Silva direkt vor die Füße und der knallt ihn unters Dach zum 2:0. Wieder ist es ein Innenverteidiger, der für die Hohenemser trifft. Das Heimteam drückte kurz vor der Pause nochmal vergeblich aufs 3:0. Schlussendlich geht es mit einem verdienten zwei Tore Vorsprung in die Kabine.
Regionalliga West, Spieltag 6
VfB Hohenems – FC Kusftein 4:0 (2:0)
Torfolge: 35. 1:0 Heimböck, 39. 2:0 Ferreira da Silva, 51. 3:0 Ünal, 70. 4:0 Potic
Gelbe Karte: 15. Dominguez (Hohenems)
SR.: Ustaoglu Özgün
VFB Hohenems: Eres; Berlinger, Wolfgang, Ferreira da Silva, Heimböck, Vater; Dominguez (66. Potic), Yabantas, Nagler; Ünal (74. Martinovic), Tripp (66. Ancevski)
FC Kufstein: Schlichenmaier; Pichler, Steko, Herwig, Karayün (58. Gercaliu); Egger (82. Kilic), Stoppacher (58. Hofmann), Gavric, Martic (82. Beslic), Schwab (86. Lauf); Gündogdu
VFB dominierte nach Belieben
Die zweite Hälfte begann, wie die erste aufgehört hat – mit einem Tor für die Hohenemser. Ein langer Abschlag von Torhüter Eres landet bei Offensiv-Mann Ünal, der den Keeper umkurvt und lässig ins leere Tor einschiebt. 3:0 Führung für die Steinböcke nach erst 51. gespielten Minuten. Torhüter Eres holte sich dabei den Assist ab – eine Seltenheit im Fußball. Spätestens jetzt roch es nach einem torreichen Nachmittag in Hohenems. Bemerkenswert – das Heimteam dachte gar nicht daran in den Verwaltungsmodus zu schalten, sondern drückte direkt aufs nächste Tor. Die Hohenemser drehten ab der 60. Minute so richtig auf und schnürten die Kufsteiner im eigenen Strafraum ein. Die Gäste aus Tirol hatten dem immensen Druck nichts mehr entgegenzusetzen, wurden regelrecht hergespielt. Es war nur noch eine Frage der Zeit bis das 4:o fällt und es ließ auch nicht lange auf sich warten. In der 70. Minute war es so weit und der eingewechselte Potic ließ nach einer herrlichen Kombination zum vierten Mal die Hohenemser Torhymne erklingen. Lediglich heroische Rettungstaten der Kufsteiner Verteidigung konnten im Anschluss einen weiteren Treffer der Vorarlberger verhindern. Die heißen Temperaturen kosteten beiden Teams sichtlich Kraft und so war die Endphase von vielen Ungenauigkeiten geprägt. Schlussendlich konnten die Hohenemser einen hochverdienten 4:0 Heimsieg bejubeln.

“Wir wollen natürlich vorne mitspielen”
VFB-Trainer Werner Gabherr zeigte sich nach einer erfolgreichen Woche hoch erfreut: “Wir sind im Cup weiter, haben in der Meisterschaft auch wieder Fahrt aufgenommen, dementsprechend wichtig war der Sieg heute. Wir sind sehr zufrieden.” Angesprochen darauf, ob man jetzt den Angriff auf die Tabellenspitze starten möchte bejaht Grabherr, dass “man natürlich vorne mitspielen möchte”. Der Cheftrainer halt allerdings fest, dass man in Hohenems über einen “schlanken Kader” verfügt und man möglichst verletzungsfrei durch die Saison kommen muss, um oben mitzuspielen. Trotzdem will man sich “an den oberen Tabellenplätzen festsetzen”, gibt sich Grabherr angriffslustig. Ein Prominenter Gast war zudem auf den Tribünen zu sehen: Lustenau Trainer Martin Brenner stattete seinem Ex-Klub einen Besuch ab und ließ sich den souveränen Kantersieg nicht entgehen. Niclas Haberlandt