Hinter den Kulissen: Warum Schwester Hildegard den Landwirtschaftsminister empfangen hat

Politik / 17.04.2026 • 15:32 Uhr
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BMLUK/KranzlerNorbert Totschnig mit Blumen für die Küchenchefin.

Auch mit dem Bischof verbindet Norbert Totschnig eine Vergangenheit.

Bregenz Der österreichische Landwirtschaftsminister ist – unschwer an seinem Dialekt zu erkennen – eindeutig aus Osttirol. Manchmal schleicht sich jedoch ein Begriff ein, der verdächtig nach Vorarlberg klingt. Der Grund: Nach seinem Grundwehrdienst übersiedelte Norbert Totschnig (51, VP) für einige Jahre nach Bregenz. Dort absolvierte er den Aufbaulehrgang für Automatisierungstechnik an der HTL Bregenz.

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Benno Elbs, Schwester Hildegard und der ehemalige Direktor Titus Spiegel mit dem Landwirtschaftsminister. BMLUK/Kranzler

In dieser Zeit bezog er ein Quartier auf heiligem Boden. Totschnig wohnte im Internat des Marianums – einer der Orte, an denen Disziplin, Glaube und Kantinenküche eine feste Wohngemeinschaft bilden. Diese Woche war der Minister in Vorarlberg zu Gast und besuchte seine frühere Wohnstätte. Es sei eine „Reise in die Vergangenheit gewesen“, berichtet er den VN. Dabei traf er nicht nur die Küchenchefin. Auch mit dem jetzigen Bischof verbindet Totschnig eine gemeinsame Vergangenheit.

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BMLUK/KranzlerSchwester Hildegard kochte damals und kocht noch immer.

Benno Elbs (65) war damals noch als Spiritual im Marianum tätig, also als geistlicher Begleiter der Institution. Totschnig erinnert sich jedoch lieber an die irdischen Freuden – und die hatten offenbar ordentlich Geschmack. „Ein besonderes Highlight waren damals die Kochkünste von Schwester Hildegard, die uns jeden Wunsch von den Augen abgelesen hat“, erzählt er. Eine Fähigkeit, die vermutlich auch in der Politik nicht ganz unpraktisch wäre. Sie ist noch immer als Küchenchefin tätig – Konstanz, die Politikerinnen und Politiker neidisch in die Bregenzer Küche blicken lassen könnte. „Als junger Erwachsener habe ich hier eine prägende Zeit verbracht“, blickt Totschnig auf seine Zeit im Marianum zurück. Und vielleicht auch auf die eine oder andere Portion Nachschlag.