Hinter den Kulissen: Wechsel in der Landes-IT als späte Retourkutsche?

Politik / 25.07.2025 • 14:22 Uhr
Landeshauptmann Markus Wallner
Markus Wallner hat die IT-Agenden in der Landesregierung übernommen. VN/Rhomberg

IT-Chef muss drei Jahre nach der Diskussion um Wallners Handy-Tausch in der Wirtschaftsbundaffäre den Platz räumen.

Beglichene Rechnung Die Informatik-Agenden sind in der Landesregierung nicht das Ressort, um das man sich reißt. Es bedeutet: viel Verwaltung, nach außen wenig attraktiv. Unter Schwarz-Grün hängte Landeshauptmann Markus Wallner (VP, 58) die Informatik seinem Koalitionspartner Johannes Rauch (Grüne, 66) um. Dessen Nachfolger Daniel Zadra (Grüne, 40) erbte die Agenden. Seit Christof Bitschi (34) mit seiner FPÖ den Platz der Grünen in der Regierung eingenommen hat, ist Informatik Chefsache. Jetzt sucht Wallner für seine Abteilung einen neuen Chef. Nun kursieren Gerüchte, wonach dies mit einem Handy-Tausch in der Aufregung um die Wirtschaftsbundaffäre zusammenhängen könnte. Das Land weist dies strikt zurück.

Rückblick: Vor mittlerweile drei Jahren herrschte helle Aufregung. Just an dem Tag, als bekannt wurde, dass die Staatsanwaltschaft in der Wirtschaftsbundaffäre einen Anfangsverdacht gegen Wallner prüfte, wandte sich der Landeshauptmann an die IT-Abteilung. Er wolle sein Handy tauschen, allerdings die Daten selbst löschen. Wallner sprach von einem Routinetausch. Daraufhin informierte der Leiter der IT-Abteilung ordnungsgemäß seinen politischen Vorgesetzten Daniel Zadra, der wiederum die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft informierte. Zadra lobte das Verhalten des Abteilungsleiters, der mit einem unangenehmen Schritt seinen Pflichten nachgekommen ist. In der Koalition hat Zadras Gang zur Staatsanwaltschaft dem Klima nachhaltig geschadet. Nach 15 Jahren Amtszeit, verlässt der Abteilungsleiter unter Wallners Führung den Spitzenjob. Ein Sprecher der Landesregierung weist jeden Zusammenhang mit dem Handytausch strikt zurück. Das sei harter Tobak. “Tatsächlich erfolgte der Wechsel auf eigenen Wunsch, verbunden mit einer weiterhin verantwortungsvollen Position im Landesdienst.” Im Landhaus ist eine attraktive Stelle frei.