Frauen gehen später in Pension

Politik / 13.04.2025 • 14:55 Uhr
Frauen gehen später in Pension
Bis 2033 steigt das gesetzliche Pensionsalter für Frauen schrittweise auf 65. Auch in Vorarlberg werden erste Folgen davon deutlich. Foto: APA

Antrittsalter steigt: Deutlich mehr Beschäftigte, aber auch mehr Arbeitslose ab 60 im Land.

SCHWARZACH. In den vergangenen Jahren hat sich das Alter, in dem Vorarlbergerinnen und Vorarlberger in Pension gehen, kaum verändert. 2024 gab es jedoch bei Frauen und Männern einen Anstieg: Bei Männern einen kleinen von 63,3 auf 63,4 Jahre, bei Frauen einen relativ großen von 60,4 auf 60,7 Jahre. Das ist Daten zu entnehmen, die das Sozialministerium den VN übermittelt hat. Sie beziehen sich auf Versicherte, die in die Alterspension gehen. All jene, die aus gesundheitlichen Gründen früher in die Invaliditäts- oder Berufsunfähigkeitspension kommen, sind darin nicht berücksichtigt.

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Österreichweit sei ein Anstieg zu erkennen, bestätigt Christian Marzari, der die Landesstelle der Pensionsversicherung in Vorarlberg leitet. Zurückzuführen sei er wohl darauf, dass seit dem 1. Jänner 2024 das gesetzliche Pensionsalter für Frauen schrittweise angehoben wird: „Dadurch steigt auch das durchschnittliche Antrittsalter.“

Der AMS-Chef verweist auf die Bedeutung des Spracherwerbs.
„Die Anhebung des gesetzlichen Pensionsalters von Frauen zeigt Wirkung“, stellt auch AMS-Landesgeschäftsführer Bernhard Bereuter fest. Foto: VN/Rauch

„Die Anhebung des gesetzlichen Pensionsalters von Frauen zeigt Wirkung“, sagt auch AMS-Landesgeschäftsführer Bernhard Bereuter. In seinem Fall bezieht es sich auf etwas anderes: Nachdem das gesetzliche Alter in ihrem Fall 2024 von 60 auf 60,5 und heuer weiter auf 61 geklettert ist, bleiben immer mehr ältere Frauen auf dem Arbeitsmarkt. Und zwar nicht nur ein paar, sondern viele. Laut AMS handelte es sich hierzulande im Jänner des vergangenen Jahres um 2138 unselbstständig Beschäftigte im Alter von 60 bis 64. Zuletzt, im Februar, waren es über 3000, also um gut die Hälfte mehr. Gleichzeitig hat aber auch die Arbeitslosigkeit zugenommen. Im Vergleichszeitraum von ursprünglich 45 auf 146 Betroffene, was auf eine Arbeitslosenquote von rund viereinhalb Prozent hinausläuft.

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Zu ignorieren ist das nicht. Im Gegenteil, damit sind Schicksale und laut Christine Mayrhuber vom Wirtschaftsforschungsinstitut WIFO, die auch die staatliche Alterssicherungskommission leitet, wachsende Herausforderungen verbunden. Mit jedem Jahr wird das gesetzliche Pensionsalter bei Frauen in absehbarer Zeit weiter steigen, bis es 2033 65 beträgt. Parallel dazu plant die Regierung, den Zugang zur Korridorpension, einer Art Frühpension, zu erschweren, die von vielen Männern genützt wird. So soll das Mindestalter, ab dem das möglich ist, 2026 und 2027 schrittweise von 62 auf 63 angehoben werden.

Frauen gehen später in Pension
Die Herausforderung laut Christine Mayrhuber: Sich darum bemühen, das möglichst viele ältere Frauen einen Job haben. Foto: APA

Auch das wird nicht nur dazu führen, dass mehr ältere erwerbstätig, sondern möglicherweise auch arbeitslos sind. Das sei eine Herausforderung, die unbedingt bewältigt werden müsse, so Mayrhuber: „Ein steigendes Pensionsantrittsalter hat dann einen positiven Finanzierungseffekt, wenn der Pensionsantritt unmittelbar aus der aktiven Beschäftigung erfolgt und nicht aus der Arbeitslosigkeit.“ In diesem Fall würden Kosten von der Pensions- in die Arbeitslosenversicherung verschoben werden, „was aus gesamtstaatlicher Sicht wenig bringt“.

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Detail am Rande: Nicht nur das Pensionsantrittsalter ist zuletzt gestiegen, sondern auch die Lebenserwartung. Bei ihr jedoch gab es eher eine Art Erholung nach einem coronabedingten, vorübergehenden Rückgang. Bei Frauen betrug sie 85,8, bei Männern 81,2 Jahre. Längerfristig müsste das Pensionsalter um ungefähr 0,1 Jahre pro Jahr zunehmen, damit es sich ähnlich entwickelt wie die Lebenserwartung.