Die Würfel in Dornbirn sind gefallen: Keine Koalition, aber eine Zusammenarbeit

Der künftige Bürgermeister Markus Fäßler verrät, wie es weitergeht. Wer Vize wird, scheint ebenso fix.
Dornbirn In Dornbirn blieb mit der Bürgermeisterdirektwahl kein Stein auf dem anderen. Das Ergebnis war wohl selbst für den künftigen Bürgermeister Markus Fäßler (SPÖ) die größte Überraschung. Eineinhalb Wochen, nachdem ihn 58,13 Prozent der Dornbirnerinnen und Dornbirner zum neuen Stadtchef gewählt haben, folgt die offizielle Angelobung. Fest steht auch, wer sein Vizebürgermeister wird und wie die künftige Zusammenarbeit mit den anderen Fraktionen aussehen soll.
Von einer Koalition möchte in Dornbirn niemand etwas hören, lieber spricht man von dem Dornbirner Weg. “Es gibt zwischen ÖVP und SPÖ eine konstruktive Zusammenarbeit. Wir führen sehr gute Gespräche und wollen themenbezogen auch die anderen drei Fraktionen reinholen”, fasst Fäßler den aktuellen Stand zusammen.

Stadtrat Alexander Juen von der ÖVP bestätigt das. “Es gab intensive Gespräche in erster Linie mit der Partei des gewählten Bürgermeisters, aber auch mit den anderen Fraktionen.” In Folge habe die ÖVP am Dienstag bei ihrer Klubsitzung beschlossen, “dass wir kooperativ mit dem gewählten Bürgermeister zusammenarbeiten und dieser Zusammenarbeit positiv gegenüberstehen”, sagt Juen. Die Volkspartei ist stärkste Fraktion in der Stadtvertretung. “Wir sind uns unserer Verantwortung gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern Dornbirns bewusst.” Man wolle daher wertschätzend, produktiv und kooperativ tätig werden. “Das ausgeglichene Budget ist unsere Generalbedingung.” Juen stellt sich bei der konstituierenden Sitzung am 9. April auch zur Wahl des Vizebürgermeisters. Er gilt als gesetzt, bestätigt der künftige Bürgermeister Markus Fäßler.

Auch die FPÖ hat keinen Einwand. “Für uns war immer schon klar, dass die zweitstärkste Fraktion den Vizebürgermeister stellen soll”, sagt Stadtparteiobmann Christoph Waibel. Zumal die SPÖ als drittstärkste Fraktion in der Gemeindevertretung nun den Bürgermeister stellt, sei es nur logisch, dass die ÖVP als stärkste Fraktion den Vize bekommt. “Ich denke, dass sich meine Fraktion in diese Richtung entscheiden wird.” Waibel betont, einer Zusammenarbeit offen gegenüberzustehen. ÖVP, FPÖ und SPÖ könnten untereinander gut miteinander. “Es deutet gar nichts darauf hin, dass wir hier ein Problem bekommen.”
Ob bei der konstituierenden Sitzung mit Überraschungen zu rechnen ist? “Ich hoffe nicht”, sagt Markus Fäßler, der sich ab Mittwoch ganz offiziell Bürgermeister der größten Stadt Vorarlbergs nennen darf.