Schlachtzahlen in Vorarlberg bleiben konstant

Politik / 30.12.2024 • 15:00 Uhr
Schlachtzahlen in Vorarlberg bleiben konstant
Viehhaltung prägt Vorarlbergs Berggebiet und Alpen. Im Land laufen Programme, um auch die Schlachtungen im Land zu fördern und lange Tiertransporte zu vermeiden. APA

Trotz der Schließung des großen Schlachthofs in Dornbirn im Januar 2022 zeigt sich sogar eine leichte Steigerung bei einer Tierart.

Schwarzach Anfang 2022 schloss der große Schlachthof in Dornbirn. Die Befürchtungen, dass es zu einem Einbruch bei Schlachtungen kommt, haben sich nicht bestätigt, die Zahlen blieben in Vorarlberg konstant. Das zeigt auch der Vergleich der Schlachtungen in den Monaten Oktober 2023 und Oktober 2024, die von der Statistik Austria nun veröffentlicht wurden.

Diesen Oktober wurden 1338 Rinder, 916 Schweine, 832 Schafe und 179 Ziegen geschlachtet. Das ergibt bei Rindern eine leichte Steigerung: Vor einem Jahr waren es noch 1259 Rinder. Die Zahl der Schlachtungen bei Ziegen blieb mit 176 fast gleich. Bei den Schweinen gab es einen deutlichen Rückgang. Im Oktober 2023 wurde noch 1118 geschlachtet. Auch bei den Schafen fiel die Zahl von 940 im Oktober 2023.

Wertschöpfung steigt

Im Jahresvergleich wurden wieder mehr Kälber unter acht Monaten in Vorarlberg geschlachtet: 668 waren es in diesem Oktober und 609 im Oktober 2023. “In Vorarlberg geborene und gehaltene Rinder für die Fleischproduktion sollen in der Region bleiben”, hieß es dazu aus dem Büro des zuständigen Landesrats Christian Gantner (ÖVP). Das Land Vorarlberg hat daher mit der Landwirtschaftskammer Vorarlberg und weiteren Partnern wie etwa Ländle Qualitätsprodukte Marketing ein breites Maßnahmenbündel für den regionalen Absatz von heimischem Kalb- und Rindfleisch geschnürt. Darüber hinaus habe sich das Land Vorarlberg bereits mehrfach für ein EU-weites Exportverbot von Mast- und Schlachttieren in Drittstaaten gegenüber dem Bund und der EU ausgesprochen.

Um Schlachttiere möglichst zum nächstgelegenen Schlachthof zu verbringen, gibt es im Land zahlreiche Programme. Dazu zählen etwa „Ländle Kälber und Fleischrinder bis 32 Monate“ und „Vorarlberger Vollmilchkalb“, Investitionsförderung für moderne Kälberställe oder auch Bildungs- und Beratungsangebote zur Kälberaufzucht und Kälbermast, informierte das Büro von Landesrat Gantner.

Neuer Schlachthof in den Startlöchern

In Zukunft sollen noch weniger grenzüberschreitende Tiertransporte notwendig sein. Die größten Schlachtkapazitäten hat nach der Schließung des Schlachthofs Dornbirn der Betrieb von Markus Gstach in Rankweil übernommen. An diesem Standort soll laut Plan ab 2026 ein neuer Schlachthof auf höchstem technischem Standard in Betrieb gehen, die VN berichteten. Beteiligt sind Ländle Vieh-Vermarktung, Maschinenring, die Vermarktungsgemeinschaft Ländle Qualitätsfleisch, Spar-Lieferanten, der Bio-Verband Vorarlberg, eine Privatperson, Markus Gstach und Reinhard Hofer, der Schlachtabfälle verarbeitet. Am Montag erfolgte die Baueingabe, bestätigte Gerhard Fruhauf, Obmann der Ländle-Viehvermarktung den VN.

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Aber schon jetzt werden etwa 90 Prozent der in Vorarlberg geborenen Kälber, das entspricht etwa 27.000 Stück, auch in Vorarlberg gemästet und geschlachtet. Zehn Prozent der Kälber, das sind etwa 3000 Stück, werden außer Landes verbracht.

Österreichweit mehr Schlachtungen

Insgesamt gab es landesweit mehr Schlachtungen. Im Oktober 2024 kam es zu 58.594 zum menschlichen Verzehr geeigneten Schlachtungen von Rindern gegenüber 56.311 im Vorjahr. Im Oktober 2024 wurden weiters 436.062 Schweine (Oktober 2023: 409.678), 32.794 Schafe (Oktober 2023: 31.169) und 4805 Ziegen (Oktober 2023: 5557) in Österreich geschlachtet.