Verkehr im Wahlprogramme-Check: Vom Gratis-Ticket bis zur neuen Autobahn

Im Vergleich der Wahlprogramme im Bereich Infrastruktur und Mobilität in Vorarlberg zeigen sich die unterschiedlichen Ansätze der Parteien vor der Landtagswahl. Die Schiene spielt eine große Rolle, die Pkw aber auch.
Schwarzach Sorgenkind Verkehr: Er verursacht als einziger Sektor mehr CO2 als noch im Jahr 1990. Laut Umweltbundesamt hatte der Verkehr im vergangenen Jahr mit 19,8 Millionen Tonnen den größten Anteil an den österreichischen Treibhausgasemissionen. Auf dem Weg zur Klimaneutralität bis 2040 ist noch viel zu tun, auch für die nächste Vorarlberger Landesregierung. Die VN haben in den Parteiprogrammen nachgelesen, was die fünf großen Parteien im Bereich Infrastruktur, Verkehr und öffentliche Mobilität planen.
ÖVP zwischen Nachhaltigkeit und Straßenbau
Laut ÖVP braucht es verschiedene Zugänge: attraktiver öffentlicher Verkehr, Ausbau der Radwege, alternative Antriebe und genug Energie für den Umstieg auf E-Mobilität. Die Volkspartei plädiert aber auch für einen Bau der S18 und des Stadttunnels in Feldkirch.
Im Bereich Schienen heißt es: “Wir nehmen die Österreichischen Bundesbahnen in die Pflicht: rascher Ausbau der Infrastruktur, um den Güterverkehr auf die Schiene zu verlagern.” In Vorarlberg dominiert mit einem Anteil von knapp 88 Prozent der Güterverkehr auf der Straße deutlich gegenüber jenem auf der Schiene. Ein weiterer Punkt ist die Neugestaltung des Bahnhofs Bregenz. Entlastungen durch Kapazitätsausbau sollen etwa auch im Umfeld des Güterbahnhofs Wolfurt umgesetzt werden.
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FPÖ will weiter Verbrenner und neue Straßen
“Keine Einschränkung des Individualverkehrs durch Belastungen und Verbote”, heißt es im FPÖ-Parteiprogramm. Im Bereich S18 und Stadttunnel Feldkirch setzt sich die FPÖ für eine rasche Umsetzung ein. Weiters will die FPÖ eine “Entlastung der Autofahrer mit weiteren Förderungen, kein Ende der Verbrennermotoren, und schließlich die Abschaffung der CO2-Steuer”.
Allerdings gibt es auch nachhaltigere Ideen nachzulesen: Der öffentliche Verkehr soll ausgebaut und vor allem die Verbindungen in Talschaften verbessert werden. Das beinhalte auch innovative Lösungen wie Car-Sharing und Rufbusse.

SPÖ will gratis Bus und Bahn
Die SPÖ propagiert “gerechte, nachhaltige und soziale Verkehrspolitik, in der sich alle Verkehrsteilnehmer:innen wiederfinden”. Zentral seien auch “attraktive Alternativen zum Individualverkehr”. Die Autobahnverbindung zwischen Österreich und der Schweiz ist dennoch ein To-Do aus Sicht der SPÖ.
Der Schienenverkehr in Vorarlberg müsse zweigleisig, in Bregenz solle die Unterflurtrasse realisiert werden. Die Sozialdemokraten möchten sich in einer Landesregierung auch dafür einsetzen, dass Bus- und Bahnfahren in Vorarlberg “mittelfristig kostenfrei” wird – und dass das Radwegnetz ausgebaut wird, insbesondere in den Bregenzerwald.
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Grüne wollen Kombiticket und Radschnellwege
Die Ansagen der Grünen sind klar und wenig überraschend: Vorarlberg sei Öffi- und Fahrradland Nummer 1 und das soll auch so bleiben. Nächste Schritte würden freie Mobilität mit einem Kombi-Ticket für alle öffentlichen Verkehrsmittel sowie E-Auto, Scooter oder Anrufbus beinhalten. Takte sollen verdichtet und neue Direktverbindungen von Bludenz bis St. Gallen sowie von Schruns bis Friedrichshafen geschaffen werden. Der “Ringflitzer” im Unteren Rheintal kommt auch im Wahlprogramm vor, die VN berichteten über diese Idee.
Vorarlberg habe schon jetzt einen Radverkehrsanteil von 22 Prozent und ist damit österreichweit Spitzenreiter. Das Radwegnetz soll aber weiter ausgebaut werden und zwar “vom Piz bis zu Spitz”. Radschnellverbindungen zwischen Klaus und Götzis oder kreuzungsfreie Radschnellverbindungen zwischen Hohenems und Feldkirch sowie die Gemeinden Altach, Koblach, Klaus, Weiler, Röthis, Sulz und
Rankweil werden gefordert.

Neos setzen auf Schienenausbau
In Sachen Verkehr sehen die Neos einen starken Ausbau der Infrastruktur als notwendig an. Straßenbau soll es aber nicht ohne vorherige Prüfung einer Bahnlösung geben. Man wolle Bahnlösungen aktiv mit konkreten Projekten wie einer Ringstraßenbahn, dem “Wälderexpress”, einer Verlängerung der Montafonerbahn und besseren Verbindungen in die Schweiz sowie nach Deutschland durch einen unterirdischen Bahnausbau vorantreiben, hieß es. Im Zentrum der Verkehrs- und Infrastrukturideen des pinken Wahlprogramms steht Individual- und Güterverkehr weitestmöglich von der Straße auf die Schiene zu verlegen.