Tittler kontert den Bauwünschen: 1000 Wohnungen pro Jahr seien unrealistisch

Die SPÖ möchte in fünf Jahren 11.000 neue gemeinnützige Wohnungen, die Armutskonferenz 1000 neue pro Jahr. Grüne und Neos fordern ebenfalls mehr Tempo beim Bau. Jetzt kontert der Landesrat: Mehr als 400 bis 500 pro Jahr seien nicht realistisch.
Schwarzach Nachdem es im Wahlkampf in den vergangenen Wochen eher um andere Themen ging, stand am Donnerstag plötzlich der leistbare Wohnraum im Mittelpunkt der politischen Auseinandersetzung. Der Grund: Der Wohnbauförderungsbeirat empfahl, die Einkommensgrenze für den gemeinnützigen Wohnbau zu erhöhen. Die Armutskonferenz und die Grünen luden am selben Tag zur Pressekonferenz zum Thema – und sparten nicht mit Kritik an der ÖVP (von den Grünen) oder an der schwarz-grünen Landesregierung (von der Armutskonferenz). Jetzt meldet sich der zuständige Landesrat zu Wort. Er weist Forderungen nach einer Ausweitung des Bauprogramms zurück.
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Der Beirat empfiehlt der Landesregierung, 80 Prozent der Grenze für die Wohnbauförderung als Höchstbetrag für den gemeinnützigen Wohnbau festzulegen. Aktuell bedeutet das, eine Person darf höchstens 3200 Euro netto pro Monat verdienen, um für eine Sozialwohnung ansuchen zu dürfen. Bei einem Zweipersonenhaushalt liegt die Höchstgrenze bei 5600 Euro, bei drei oder mehr Personen bei 6600 Euro. Tittler verteidigt diese Höhe: „Im Bundesländervergleich liegen die geplanten Einkommensgrenzen im unteren Bereich.“ Die Erhöhung entspreche in etwa der Einkommenserhöhung seit 2021.
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Die Armutskonferenz betonte am Donnerstag, dass mindestens 1000 neue gemeinnützige Wohnungen pro Jahr nötig seien – mit 18.000 zusätzlichen Wohnungen erreiche man den Österreich-Durchschnitt. Tittler kontert: Eine realistische Bauleistung orientiere sich an der Marktlage. „In solch dynamischen Zeiten ist eine seriöse Prognose über längere Zeiträume nicht möglich.“ Im Rahmen des Wohnpakets habe der Bund das Ziel von 450 Wohneinheiten ausgegeben. In diesem Bereich bewege sich auch der Durchschnitt der letzten Jahre. „Auch Experten aus dem Bereich des gemeinnützigen Wohnbaus halten eine Größenordnung von 400 bis 500 Einheiten für realistisch“, sagt Tittler. Anfang des Jahres seien zudem gerade 606 Wohnungen im Bau gewesen. Die entscheidende Größe seien ohnehin die Vergaben, und im Vorjahr seien rund 1600 Wohnungen vergeben worden.
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Sowohl die Grünen als auch die Armutskonferenz fordern, dass mehr Geld aus der Wohnbauförderung für den gemeinnützigen Wohnbau aufgewendet wird – und weniger für Eigentum. Schon jetzt fließe mehr Geld in den gemeinnützigen Bereich als in den privaten Wohnbau, entgegnet Tittler. Volkswirtschaftlich gesehen sei die Schaffung von Eigentum der beste Schutz vor Altersarmut. „Deshalb wird neben dem integrativen Wohnbau auch der private Wohnbau angemessen gefördert“, betont der Landesrat.