Post-Covid: So steht es um das Kompetenzzentrum

Politik / 11.09.2024 • 21:23 Uhr
Teure Spitäler: Im Jahr 2022 betrug der Spitalsabgang rund 172,4 Millionen Euro. Heuer sind 214,8 Millionen Euro budgetiert, im kommenden Jahr 256,4 Millionen Euro.
Die Intensivstation sind längst nicht mehr nur mit Covid-Patienten gefüllt. Viele knabbern aber auch außerhalb der Krankenhäuser noch Monate danach an den Nachwirkungen. KHBG/Mathis

Es tut sich etwas: Kompetenzzentrum im Bund, Treffen in Vorarlberg geplant.

Schwarzach Um die Gesundheitsreform im Rahmen des Finanzausgleichs ist es ruhig geworden. Doch hinter den Kulissen rauchen die Köpfe, denn das viele Geld muss schließlich verteilt werden. 600 Millionen Euro haben die Bundesländer aus dem Bundesbudget erhalten, um Strukturreformen durchzuführen. Die Bundesländer können selbst entscheiden, wofür sie das Geld verwenden. In der Landeszielsteuerungskommission Vorarlbergs wird derzeit beraten, wie die Mittel eingesetzt werden sollen.

Zunächst muss die Bund-Länder-Vereinbarung „Organisation und Finanzierung des Gesundheitswesens“ in Kraft treten, heißt es auf VN-Anfrage aus dem Landhaus. Klar ist jedoch: Das Geld dient einerseits dazu, Löcher in den Krankenhausbudgets zu stopfen, und andererseits für Reformen im Gesundheitsbereich. „Welche Strukturreformmaßnahmen für Vorarlberg priorisiert werden, ist weiterführend in den Gremien zu beschließen.”

Viele teure Anbieter

Betroffene, die an Post-Covid erkrankt sind, fordern ein Kompetenzzentrum für ihre Krankheit (die VN berichteten). Im Land lässt man offen, ob ein solches Zentrum in Vorarlberg entstehen wird. Da die Sozialversicherung für den niedergelassenen Bereich zuständig ist, müsse man sich mit dieser einigen. Die Therapie sei herausfordernd, heißt es dazu aus dem Büro von Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher. Viele Anbieter würden teure Behandlungen anbieten, bei denen unklar sei, ob sie helfen. „Mit dem Versorgungsnetzwerk Post-Covid Tirol und Vorarlberg wollen wir die Patienten gut begleiten und unterstützen“, heißt es weiter.

Aus dem Gesundheitsministerium von Johannes Rauch heißt es, dass die Ausschreibung für ein nationales Kompetenzzentrum in der Endphase sei. Die Entscheidung soll in den nächsten Wochen fallen. „Das wird keine Anlaufstelle für Patientinnen und Patienten, sondern soll die Forschung vorantreiben und eine Anlaufstelle zur Weiterbildung sein“, erklärt ein Ministeriumssprecher. Doch auch in Vorarlberg tut sich etwas. Kürzlich trafen sich Betroffene mit Verantwortungsträgern und Ärzten. Nun steht ein weiterer Termin fest: Am 21. Oktober findet das nächste Treffen statt.