Der große Schlagabtausch: Die erste Elefantenrunde in der Zusammenfassung

Politik / 04.09.2024 • 12:50 Uhr
Diskussion_Spitzenkandidaten_Nationalratswahl_2024
Diskussion_Spitzenkandidaten_Nationalratswahl_2024

Das erste Aufeinandertreffen der Spitzenkandidaten der Nationalratswahl 2024 fand auf Einladung der Bundesländerzeitungen in Salzburg statt. Hier die Zusammenfassung.

Salzburg Was haben Politik und Theater gemeinsam, was sind die Unterschiede? – Mit dieser Frage, gestellt von OÖN-Chefredakteurin Susanne Dickstein und SN-Chefredakteur Manfred Perterer, begann am Dienstag die erste Debatte der Spitzenkandidatinnen und Spitzenkandidaten der Nationalratswahl im Salzburger Landestheater.

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Bei den Antworten sorgte Grünen-Chef Werner Kogler für den ersten Lacher. Er erinnerte daran, dass er als Kulturminister in Salzburg schon an mehreren Festspieleröffnungen teilgenommen habe, und sagte dann zu dem direkt neben ihm stehenden FPÖ-Chef Herbert Kickl: „Ich bin also einer von der seltsamen Partie, die sie beschrieben haben!“ – Kickl hatte die Salzburger „Festspiel-Elite“ unlängst als „Inzuchtpartie und Heuchler“ bezeichnet.

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Nach dem üblichen Koalitionsgeplänkel widmete sich die Elefantenrunde dem Inhalt. Erstes Thema: Migration. Nehammer sagte, Österreich brauche Zuwanderung auf den Arbeitsmarkt, aber nicht ins Sozialsystem. Anspruch auf Sozialleistungen solle es erst nach fünf Jahren geben. Babler sagte, man müsse mit den Menschen, die kommen, anständig umgehen. Natürlich gebe es Probleme an den Schulen, schuld daran sei aber die frühere schwarz-blaue Regierung, die den Schulen die Ressourcen für Integration genommen habe.

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Für Kickl ist die bisherige Migrationspolitik völlig verfehlt. Die Folge seien Massenschlägereien, Vergewaltigungen und Terroranschläge. Die Lösung könne nur sein: Man dürfe keinen Asylantrag in Österreich mehr annehmen. Das sei aufgrund europäischer Übereinkommen gar nicht möglich, konterte Kogler. Tatsächlich gebe es Probleme bei der Sicherheitslage, mit der Radikalisierung und den islamistischen Hasspredigern. Kogler warnte jedoch davor, alle Zuwanderer in einen Topf zu werfen. Meinl-Reisinger sagte, die Neos hätten in der Migrationsfrage umgedacht. Gesellschaft, Schulen und Sozialsysteme seien zunehmend überfordert. Daher müsse mehr Integration eingefordert werden. Anschließend folgte eine Kurzfragerunde: Zum Verbot von Verbrennermotoren sagten Babler, Kogler und Meinl-Reisinger Ja, Nehammer und Kickl Nein.  Tempo 100 auf den Autobahnen? Babler: Ja, Nehammer, Kickl und Meinl-Reisinger: nein, Kogler: Vielleicht. 32-Stunden-Woche für alle? Babler und Kogler: Ja, Nehammer, Kickl und Meinl-Reisinger: Nein.

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Damit war das Thema Wirtschaft und Budget auf dem Tapet. Kanzler Nehammer sprach sich für eine weitere Steuersenkung aus – erste Schritte habe die Regierung schon gesetzt. Babler möchte die Energiekosten senken und bewarb seine Transformationsstrategie zur Schaffung neuer Arbeitsplätze. Sein Konzept zur Sanierung der Staatsfinanzen lautet Vermögenssteuern. Kickl versprach Steuersenkungen, damit sich Leistung wieder lohne und der Wirtschaftsstandort belebt werde. Sparen würde der FPÖ-Chef etwa bei Sky Shield und in den Strukturen. Kogler will beim Straßenbau sparen und stattdessen in Ökologisierung und Digitalisierung investieren. Meinl-Reisinger pochte zur Budgetsanierung auf eine Ausgabenbremse und Strukturreformen, zur Ankurbelung der Wirtschaft auf eine Lohnnebenkostensenkung und einen Abbau der Bürokratie.

Freilich wurde die Diskussion leidenschaftlich geführt, schließlich ging es ja auch um etwas. Wie hatte der Intendant des Salzburger Landestheaters, Carl Philip von Maldeghem, bei der Begrüßung gesagt: „Das Theater ist ein Ort, an dem es um Schicksale geht.“