Ringstraßenbahn: “Das Ding könnte in zehn Jahren stehen”

Unternehmer Hubert Rhomberg freut sich auf neuen Schub für eines seiner Herzensprojekte. Er plädiert dafür, Straßenbahn und Straße gemeinsam zu diskutieren: Für einen Vorarlberger Central Park.
Schwarzach Jetzt ist sie also wieder da: die Idee der Ringstraßenbahn. Die Idee ist nicht neu. Das gilt auch für die Meinung eines der Urheber der Idee: Hubert Rhomberg. Der Unternehmer freut sich, dass nun wieder darüber diskutiert wird, kritisiert aber die Art der Diskussion. Statt schwarz-weiß zu denken, müsse über den Verkehr im gesamten Rheintal gesprochen werden, fordert Rhomberg im VN-Gespräch.
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Wer über die Blechlawinen im unteren Rheintal spricht, kommt an der S 18 nicht vorbei. “Die CP-Variante heißt so aus einem bestimmten Grund. CP steht für Central Park”, betont Rhomberg. Nur ein Zusammenspiel aus Straßenbahnen, Umfahrungen, Verbindungsstraßen und Radautobahnen ermögliche einen Central Park im unteren Rheintal. Dasselbe gilt für beruhigte Ortszentren: “Da wollen wir Tempo 30 und Naherholung. Aber ich kann das nicht wollen ohne zu sagen, wo der Verkehr hin soll.”
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Derzeit werde in zwei Extremstandpunkten diskutiert, ärgert sich der Unternehmer. “Die einen sagen, die S 18 brauchen wir. Egal, wie lange schon geplant wird, ob sich die Verhältnisse geändert haben und ob sie noch genauso sinnvoll ist wie vor 40 Jahren. Sie muss her. Die anderen sagen: Auf gar keinen Fall. Wir brauchen nur öffentlichen Verkehr und Fahrradfahren. So spielen sie sich den Ball zu und die Bevölkerung sitzt hier und schaut wie beim Tennis nach links, nach rechts, nach links, nach rechts und so weiter. Aber die Leute haben den Kanal voll, sie wollen Lösungen.” Und die wäre eben, dass aus dem Lauteracher Ried ein Central Park wird, ohne Autos. “Dazu braucht es Lückenschlüsse. Lassen wir stehen, ob es eine S 18 oder etwas anderes sein muss. Dazu braucht es auch eine Ringverbindung im öffentlichen Verkehr. Wie eine Straßenbahn.” Deshalb freut er sich, dass weiterhin über die Straßenbahn diskutiert wird. “Meine Meinung dazu hat sich nicht geändert. Wir brauchen sie jedenfalls. Die Nachfrage nach öffentlichem Verkehr hat extrem zugenommen, was eigentlich der Beweis ist, dass das Angebot die Nachfrage erzeugt. Das sollte ja das Ziel im öffentlichen Verkehr sein.”
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Vor 15 Jahren hat Rhomberg schon die Trassenführung und die Taktung vorgeschlagen. “Das wurde immer wieder als nicht machbar, zu teuer, zu unnötig und zu wenig besiedelt abgetan.” Immer wieder hätten Studien gesagt, man brauche die Ringstraßenbahn nicht. “Und ein Jahr nach so einer Studie heißt es plötzlich: Sie wird benötigt. Aber die Sachen entstehen nicht von heute auf morgen. Es war immer klar.”

Die Politik hat lange Zeit einem Metrobus den Vorzug gegenüber einer Straßenbahn gegeben, also einer verdichteten Busverbindung. Für Rhomberg könnte dieses Argument nur vorgeschoben gewesen sein. Schon vor vielen Jahren rechnete er vor, dass – alle Kosten mitgerechnet – die Kosten pro Fahrgastkilometer bei einer Straßenbahn geringer sind. “Und dass in eine Straßenbahn viel mehr Leute einsteigen als in einen Bus, ist auch klar.”
2011 sagte Rhomberg in einem VN-Interview, dass in zehn Jahren die Straßenbahn fahren könnte. Dabei bleibt er. “Wenn jetzt eine Entscheidung fällt, fährt das Ding in zehn Jahren.”