Hinter den Kulissen: Ein Wunderwuzzi für alle Fälle

Politik / 18.08.2024 • 10:00 Uhr
Interview Landesflüchtlingskoordinator
Erwin Bahl (rechts) war einst zusammen mit Anton Strini für die Flüchtlingskoordination in Vorarlberg zuständig. VN/HB

Die Geschäfte des Bodenfonds werden von einem alten Bekannten geführt.

Wunderwuzzi Der Vorarlberger Bodenfonds nimmt langsam Gestalt an. Pünktlich vor der Wahl schuf Landesrat Marco Tittler (47, VP) eine eigene GmbH mit Sitz in Feldkirch. Eigentümer ist das Land Vorarlberg, am 27. Juli wurde zudem ein Geschäftsführer bestellt. Wer die Vorarlberger Landespolitik verfolgt, dürfte der Name schon einige Male untergekommen sein: Erwin Bahl (58). Einst Schrunser Bürgermeister, seit 2010 im Landesdienst, gilt er im Landhaus als jemand, den mal überall irgendwie einsetzen kann. Böse Zungen behaupten: Irgendwo bekommt man ihn immer unter. 2016 ernannte ihn die Landesregierung zum Flüchtlingskoordinator des Landes, nicht mal ein Jahr später musste er den Posten wieder räumen. Während der Pandemie zeichnete er für die Auszahlung der Covid-Hilfen für Unternehmen verantwortlich, bis sie kürzlich abgearbeitet wurden. Langweilig wird ihm trotzdem nicht: Bahl ist Geschäftsführer der “Großwalsertaler Seilbahn Sonntag-Stein Gesellschaft m.b.H.”, die zu 26 Prozent dem Land gehört. Zudem ist der 58 Geschäftsführer der Mehrerau Verwaltungs GmbH, die ebenfalls dem Land gehört. Und Privat ist er Vorstandsvorsitzender der Dr. Christian Schenk Privatstiftung. Jetzt kann er auch den Bodenfonds in seinen Lebenslauf schreiben.