Hinter den Kulissen: In Feldkirch steigt die Spannung

Politik / 08.06.2024 • 08:30 Uhr
Rathaus Feldkirch
In Feldkirch möchte die ÖVP ihren neuen Bürgermeisterkandidaten durchbringen. Stadtmarketing

Geheime Wahl könnte Freiheitlichen das freie Mandat ermöglichen und die Spannung vor der Bürgermeisterwahl erhöhen.

Steigbügel In Feldkirch wird mit Hochspannung die in der Stadtvertretersitzung für den 11. Juni fixierte Wahl des einstigen Freiheitlichen Manfred Rädler (59, ÖVP) zum neuen Stadtchef der Montfortstadt erwartet. Rädler, der 2005 von den Blauen zu den Schwarzen übergelaufen war, wurde (wie in den VN berichtet) von der VP-Stadtparteileitung zum Nachfolger von Wolfgang Matt (68, ÖVP) nominiert. Die Gründe für die Spannung: die Volkspartei verfügt im Stadtparlament seit Jahren über nur mehr fünfzehn der insgesamt 36 Sitze und braucht für die Kür von Rädler Steigbügelhalter. In diese Rolle sollen die derzeit sechs Mandatare der Freiheitlichen mit Andrea Kerbleder (47, FPÖ) an der Spitze schlüpfen. So lautet jedenfalls der hinter den Kulissen fixierte „Deal“. Immerhin, so wissen Funktionäre der Schwarzen zu erzählen, habe die VP unter Matt auch die Wahl Kerbleders zur neuen Vizestadtchefin im Dezember 2023 unterstützt. Außerdem soll sich die Koalition darauf verständigt haben, jede Personalentscheidung der Gegenseite mitzutragen. Eine Unsicherheit könnte aber das Gemeindegesetz bringen: Es schreibt nämlich eine schriftliche, also geheime Wahl, vor. Es könnte also durchaus sein, dass einige Blaue ausscheren, da zumindest in der Theorie ein freies Mandat existiert. Dass die Wahl Rädlers von den mit neun Sitzen im Rathaus vertretenen Grünen, den drei Neos-Mandataren oder gar von zwei Volksvertretern der SP unterstützt werden könnte, wird bezweifelt.