Lopatka möchte in der EU der Überregulierung den Kampf ansagen

Die ÖVP schickt den 64-jährigen Ex-Klubobmann Reinhold Lopatka ins Rennen um Mandate im EU-Parlament.
Schwarzach Reinhold Lopatka will es noch einmal wissen. Das 64-jährige ÖVP-Urgestein tritt bei der EU-Wahl am 9. Juni als Spitzenkandidat für seine Partei an. An Erfahrung mangelt es ihm nicht: Schon in seiner Jugend war er politisch aktiv, 1986 zog er schließlich in den steirischen Landtag ein. Von 2013 bis 2017 war er Klubobmann der ÖVP im Nationalrat. Und jetzt zieht es ihn nach Brüssel. Dort möchte er vor allem gegen Überregulierung kämpfen, wie er den VN erklärt.
Denn: “Europa muss wieder die wettbewerbsfähigste und innovativste Region auf der Welt werden”, betont Lopatka. “Die Ankündigung der Kommissionspräsidentin, die Berichtlegungspflichten um 25 Prozent zu reduzieren, ist ein wichtiger Schritt. Weitere müssen folgen.” Im Europaparlament möchte er vor allem dafür sorgen, dass die Außengrenzen besser bewacht werden und gegen illegale Migration gekämpft wird. “Der Asyl- und Migrationspakt muss umgesetzt werden”, ist er überzeugt. Außerdem soll die Landwirtschaft gestärkt und damit die Versorgungssicherheit ausgebaut werden. Und Lopatka fordert, dass Jugendprogramme wie Erasmus+ ausgebaut werden. Verbesserungsbedarf sieht der ÖVP-Kandidat im Binnenmarkt. “Derzeit ist der Ausbau nur zu 30 Prozent verwirklicht. Vor allem im Bereich der Schiene und der Energieversorgung.”

Besonders kleine Länder profitieren von der EU, wirbt der 64-Jährige. “Je näher diese am europäischen Zentrum bzw. an anderen (großen) Volkswirtschaften liegen, desto höher die Einkommensgewinne durch den EU-Binnenmarkt, davon hat Vorarlberg deutlich profitiert.” Vorarlberg verfüge schließlich über das höchste Pro-Kopf-Einkommen in Österreich, das sei auf den Binnenmarkt zurückzuführen. Und was kann die EU von Vorarlberg lernen? Für Lopatka steht fest: “Beide können voneinander lernen, dass in der Vielfalt unsere Stärke liegt.”
Wordrap
Was singen Sie lieber, die Europa- oder Nationalhymne? Am liebsten singe ich meine Landeshymne.
Welches künstlerische Werk fällt Ihnen mit Blick auf die EU ein? Die in Baden bei Wien von Beethoven komponierte Ode an die Freude (Europahymne).
Straßburg oder Brüssel? Lieber Straßburg
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