Österreichische Landwirte mit Verständnis und anderem Fokuspunkt

An der fehlenden Unterstützung scheitere es in Österreich nicht, betont Josef Moosbrugger. Aber es gibt gemeinsame Herausforderungen.
Von Matthias Rauch und Maximilian Werner
Berlin, Dornbirn Diese Woche gehen die deutschen Landwirte auf die Straßen, um ihre Subventionen zu verteidigen. Allem voran geht es um eine teilweise Rückerstattung von Steuern auf den sogenannten Agrardiesel, sprich dem Treibstoff für die landwirtschaftlichen Geräte. Hier rückte die deutsche Bundesregierung bereits von den ursprünglichen Plänen ab und will dies nun phasenweise aufheben, doch den Landwirten ist dies nicht genug.
Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Iframely angezeigt.
Josef Moosbrugger, Präsident Landwirtschaftskammer Vorarlberg und Österreich, sieht wenig Parallelen zu Österreich: “Bei den Bauerndemonstrationen in Deutschland kommt zusammen, dass die Ampelkoalition für landwirtschaftliche Maschinen die Kfz-Steuer erhöhen und gleichzeitig Budgetkürzungen für einen günstigeren Treibstoff in der Landwirtschaft durchziehen möchte. Das ist ein Unterschied zu Österreich, wo das Agrarbudget deutlich erhöht wird”, betont der Dornbirner.
Agrardiesel in Österreich
In Österreich gibt es ein allgemeines Dieselprivileg, nicht nur für die Landwirtschaft. Seit der ökosozialen Steuerreform gibt es jedoch eine österreichische Variante des Agrardiesels: Für in der Landwirtschaft eingesetzten Diesel wird die CO2-Steuer rückvergütet. Hier wird jedoch nicht vergütet, was eingekauft wurde, sondern nach einem Schlüssel. So geht die Regierung davon aus, dass pro Jahr und Hektar je nach Nutzung zwischen 12 und 310 Liter Diesel verbraucht werden und dementsprechend wird die Rückvergütung berechnet.
Moosbrugger sieht die deutschen und österreichischen Landwirte jedoch bei einem anderen Thema im selben Boot: “Die Erzeugerpreise stehen für die Landwirtschaft in den vergangenen Monaten massiv unter Druck, weil die Anforderungen und Wünsche steigen, aber beim Bauer weniger ankommt.” Der Marktdruck und Wettbewerbsdruck steige demnach, die Landwirte stehen unter einem steigenden finanziellen Druck. “Dann kann nicht auch noch beim Budget gekürzt werden”, bekräftigt der Landwirtschaftskammerpräsident.
Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Iframely angezeigt.
Ein gemischteres Bild, zumindest für 2022, zeichnet das Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft im “Grünen Bericht 2023”: Die Einkünfte stiegen quer über alle Bereiche um 42 Prozent auf 45.757 Euro je Betrieb. Pro betriebliche Arbeitskraft in der Landwirtschaft entsprach dies 34.507 Euro. In Vorarlberg war die Steigerung durchschnittlich nur 19 Prozent pro Betrieb.


Der Anstieg war nicht zuletzt durch die Inflation erklärbar, aber auch durch die Unterstützung durch den Bund und Produktionsausweitungen. Preistreiber für die Landwirte war vor allem Tierfutter. Und: Vor allem Veredelungsbetriebe konnten sich seit 2011 verbessern, die reinen Rohstofferzeuger wie Milchbauern stagnierten zuvor über Jahre hinweg. Doch nur Dauerkulturbetriebe, etwa Weinbau und Kernobst, haben in Österreich 2022 Einkommensrückgänge statt -steigerungen hinnehmen müssen. Aber gerade deutsche Bauern dürften mit 2022 zufrieden gewesen sein, bei einer Einkommensverbesserung von durchschnittlich 46,3 Prozent.

