Deutsches Vorbild für Vorarlberger Windkraft

Politik / 03.12.2023 • 16:55 Uhr
Die Windräder in Drackenstein sind 230 Meter hoch. <span class="copyright">VLK/Serra</span>
Die Windräder in Drackenstein sind 230 Meter hoch. VLK/Serra

Für Landesrat Zadra kann sich Vorarlberg bei Baden Württemberg eine Scheibe abschneiden.

Bregenz Fünf Jahre lang dauerte es, bis in Drackenstein der Windpark ans Netz gegangen ist. Die Bewilligungen für die fünf Windräder waren nach vier Jahren da, gebaut wurden sie in einem Jahr. Jetzt stehen in Drackenstein im deutschen Bundesland Baden-Württemberg fünf regelrechte Kolosse: Ein Rotorblatt misst 131 Meter, der komplette Bau ist 230 Meter hoch. Die Leistung: 16,5 MW. Jetzt dürfte Vorarlberg wohl kleinere Windkraftbrötchen backen, sollte tatsächlich ein Projekt realisiert werden. Aber alleine die Herangehensweise an das Projekt und insgesamt ans Thema kann ein Vorbild sein, sagt Vorarlbergs Landesrat Daniel Zadra.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Iframely angezeigt.

Der Besuch in Baden-Württemberg habe gezeigt, was bei solchen Projekten wichtig ist, sagt Zadra: “Es muss alles transparent sein. Außerdem muss klar kommuniziert werden, was es der Gemeinde und den Bürgern bringt. Und der Betreiber sollte in der Region verankert sein.” Wer das sein könnte, steht zwar nicht fest, aber natürlich wären auch die illwerke vkw als Betreiber möglich, fährt Zadra fort.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Iframely angezeigt.

Ein möglicher Standort in Vorarlberg ist bei der Alpe Rauz in Klösterle. Die Liechtensteiner Gemeinde Gamprin überlegt sich, dort ein Windrad aufzustellen. Die ersten Messungen sind bereits abgeschlossen, jetzt muss allerdings eine noch einjährige Messung gestartet werden. Das kostet zwar einiges, das Land fördert diese Messungen aber. Im Vergleich zu Baden-Württemberg hat der Standort mit besonderen Herausforderungen zu kämpfen, erläutert der Landesrat. “Der alpine Raum ist spezifisch, da gibt es ganz andere Windverhältnisse als im Flachen.”

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Iframely angezeigt.

Die Windmessung soll Aufschluss geben, ob dort ein Kraftwerk tatsächlich Sinn ergibt. Klar ist jedenfalls: Die Vögel müssen sich nicht fürchten, technische Lösungen zum Vogelschutz gibt es genügend, wie Baden-Württemberg zeigt. Die Kraftwerke verfügen über eine Einrichtung, die sich Rotmilanabschaltung nennt. Die Vögel werden automatisch erkannt – und dann dreht sich das Kraftwerk aus dem Wind. Es schaltet also ab.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Iframely angezeigt.

Daniel Zadra (rechts) mit dem Drackensteiner Bürgermeister Roland Lang vor einem der großen Windkraftwerke.
Daniel Zadra (rechts) mit dem Drackensteiner Bürgermeister Roland Lang vor einem der großen Windkraftwerke.