Wahljahr 2024
2023 – ein brandgefährliches Jahr neigt sich seinem Ende zu. Der Krieg um die Ukraine wurde seit dem barbarischen Angriff der Hamas-Mordkommandos am 7. Oktober, dem blutigen Krieg um Gaza und dem Tauziehen um die israelischen Geiseln von den Schlagzeilen verdrängt. Die Gefahr einer Eskalation hat sich erneut auf den Nahen Osten verlagert.
Amerikaner und Briten zeigen Flottenpräsenz und erhöhen ihr weltpolitisches Profil. Hinter Hamas und Hisbollah steht der Iran, dieser ist mit Russland liiert – neben der Ukraine droht eine weitere Ost-West-Konfrontation. Zudem verschärft sich die Taiwan-Frage zusehends.
2024 – ein extrem wichtiges Wahljahr steht bevor. In Österreich – einmal mehr im Bann von Skandalen – gibt die konstante Stärke der FPÖ und das (durchaus berechtigte) Misstrauen gegenüber ihrem Parteiobmann Kickl Anlass zu bangen Fragen. Kommt eine Koalition zustande – findet sich ein Kompromiss? Wird VDB Kickl als Kanzler angeloben? Wie reagieren FPÖ-Hardliner, wenn er sich weigert? Wie die EU-Partner, falls er es doch tut?
1964 – auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges – war das letzte Mal, dass amerikanische und britische Wahlen im selben Jahr abgehalten wurden. Inzwischen wurde die bipolare von einer multipolaren Welt abgelöst. In den USA werden sich ein rasch alternder und ein völlig unberechenbarer Kandidat gegenüberstehen. Die britischen Konservativen haben ihre Chancen als Regierungspartei verspielt, doch die Wähler haben nur wenig Vertrauen in die Oppositionspartei Labour. Keine erfreulichen Perspektiven in einer gefährlichen Zeit.
Charles E.
Ritterband
charles.ritterband@vn.at