Anschlag mitten in Jerusalem

Trotz Feuerpause: mindestens drei Tote durch Hamas.
Jerusalem, Gaza Die radikale Palästinenserorganisation Hamas hat sich zum Anschlag auf eine Bushaltestelle in Jerusalem mit mindestens drei Toten bekannt. Das Attentat sei die „natürliche Antwort auf die beispiellosen Verbrechen der Besatzer (Israels, Anm.) im Gazastreifen und gegen Kinder in Jenin“, hieß es in einer Stellungnahme. Kurz zuvor war die Feuerpause im Gaza-Krieg zwischen Israel und der Hamas verlängert worden.
Zwei Attentäter hatten gestern an einer Bushaltestelle in Jerusalem das Feuer eröffnet. Drei Menschen seien getötet worden, teilte der israelische Rettungsdienst Magen David Adom mit. Die beiden Männer, die mit einem Fahrzeug zum Tatort kamen, seien von Soldaten und einem bewaffneten Zivilisten erschossen worden, teilte der Polizeichef von Jerusalem, Doron Turgeman, vor Journalisten mit. Der Vorfall ereignete sich den Angaben zufolge im Frühverkehr am Stadteingang. Welche Folgen der Angriff am Zugang zu Jerusalem haben wird, etwa für die Waffenruhe, war zunächst nicht klar.
Israels Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir wertete den Anschlag in Jerusalem bei einem Besuch am Tatort als Beleg, dass sein Land keine Schwäche zeigen dürfe. Mit der radikal-islamischen Hamas dürfe man „nur durch Zielfernrohre, nur durch Krieg“ sprechen. Der Minister, der als rechter Hardliner gilt, kündigte an, dass die Regierung Vorschriften zur Erteilung von Waffenscheinen an Privatpersonen weiter lockern wolle.
Unterdessen hat die israelische Armee nach eigenen Angaben zwei israelische Geiseln aus dem Gazastreifen übernommen. Es handle sich um zwei Frauen, die im Rahmen einer Vereinbarung zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas freigelassen worden seien. Weitere Geiseln sollten folgen.