Landesdienst: Mit dem Gehalt steigt der Männeranteil

Fast 7000 Menschen arbeiten mittlerweile direkt oder indirekt für das Land Vorarlberg.
Bregenz Der Landesdienst gilt bei vielen nach wie vor als erstrebenswerter Arbeitsplatz. Das Gehalt passt, der Job ist sicher, auch in Krisenzeiten benötigt es eine gute und bürgernahe Verwaltung. 6900 Menschen arbeiten mittlerweile im Landesdienst, 2276 davon in der Verwaltung. Das geht aus dem Beschäftigungsrahmenplan hervor, der heute im Rahmen des Haushalts 2024 im Finanzausschuss von ÖVP und Grüne beschlossen wurde. Der Rahmenplan zeigt auch: Ein Großteil der Verwaltungsbediensteten sind zwar Frauen, die hohen Gehaltsklassen aber eindeutig männlich dominiert.
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Das Vorarlberger Budget 2024 ist ein Rekordbudget. Einnahmen von 2,42 Milliarden Euro stehen Auszahlungen von 2,58 Milliarden Euro gegenüber. Die Differenz soll mit Rücklagen gedeckt werden. Einer der größten Budgetposten ist stets das Personal – speziell in den Landeskrankenhäusern. Von 6900 Landesbediensteten arbeiten 4624 in den Krankenanstalten des Landes. Auf drei weibliche Bedienstete kommt ein männlicher Bediensteter: 3370 sind Frauen, 1254 Angestellte sind Männer. Im öffentlichen Dienst wird nach Gehaltsschema bezahlt. Je nach Position wird man im Spital in einer von 29 Gehaltsklassen eingeteilt. In der obersten Gehaltsstufe, also von 24 bis 29, befinden sich von den 4600 Angestellten 95 Personen. 78 davon sind männlich, nur 17 weiblich. Rechnet man die Gehaltsklassen 15 bis 23 zusammen, zeigt sich ein ausgewogenes Verhältnis, auf 426 Frauen kommen 430 Männer. Und das, obwohl insgesamt drei Frauen auf einen Mann kommen. Der Großteil der weiblichen Angestellten arbeitet in den Gehaltsstufen sechs bis 14, nämlich 2347. Ihnen gegenüber stehen 642 Männer.
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In der Verwaltung zeigt sich ein ähnliches Bild. 1242 weiblichen Bediensteten stehen 843 Männer gegenüber. Die höchste Gehaltsklasse ist die Klasse 24. In den Stufen 19 bis 24 befinden sich 89 Männer und 25 Frauen. In den Gehaltsklassen zwölf bis 18 halten sich Männer und Frauen die Waage, darunter sind Frauen in der Überzahl.
Die Gehaltsklassen kurz erklärt: Je nach Anzahl der Dienstjahre verdient man in Gehaltsklasse 1 zwischen 2118 und 2502 Euro. Gehaltsklasse 24 beginnt mit 9172 Euro und endet bei 12.769 Euro.
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Der Rahmenplan zeigt auch: Zwei Prozent aller Landesbediensteten sind Beamte. Davon sind 90 Prozent Männer. Insgesamt erhöht sich die Zahl der Bediensteten im Land erneut. Im Vergleich zu heuer kommen im nächsten Jahr 59,25 volle Beschäftigungsausmaße dazu.
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Der Rahmenplan ist wie das gesamte Budget am Mittwoch im Finanzausschuss des Landtags diskutiert und beschlossen worden. Und zwar wie erwartet: Die Regierungsparteien ÖVP und Grüne stimmten zu, die Opposition dagegen. Die FPÖ fordert Entlastung für die Bürger und Verbesserungen in Gesundheits-, Pflege-, und Bildungsbereich. FPÖ-Chef Christof Bitschi ärgert sich: „In allen diesen zentralen Bereichen herrscht ein massiver Personalengpass, der dafür sorgt, dass sich die Lebensqualität verschlechtert statt verbessert und die Zukunftschancen unserer Kinder kleiner statt größer werden.“ Auch die Neos lehnten das Budget ab. Klubobmann Johannes Gasser vermisst Weichenstellungen. „Die Landesregierung schlachtet das Sparschwein, statt Spielräume für Zukunftsinvestitionen zu schaffen.“ Es brauche jetzt eine Finanzplanung mit klaren Ansagen – zum Beispiel, wo in Zukunft gespart werden müsse.
In zwei Wochen steht der Landeshaushalt auf der Tagesordnung der Landtagssitzung. Dann wird er öffentlich diskutiert – und noch einmal beschlossen.