Neue Wohnbauförderung: 150.000 Euro mit 1,25 Prozent Fixzins

Politik / 26.11.2023 • 18:00 Uhr
Die Landesregierung ändert die Wohnbauförderung. <span class="copyright">VN/Steurer</span>
Die Landesregierung ändert die Wohnbauförderung. VN/Steurer

Die Landesregierung hat neue Richtlinien für die Wohnbauförderung erstellt. Damit soll der Wohnungskauf wieder erleichtert werden.

Bregenz Der Bauboom im Land ist Geschichte. Manche Bauträger berichten von Verkaufseinbrüchen von mehr als 90 Prozent. Hohe Preise, hohe Kredithürden und hohe Kreditzinsen machen den Wohnungskauf für viele unerschwinglich. Und werden keine Wohnungen gekauft, werden auch keine mehr gebaut. Doch die Nachfrage bleibt hoch. Weniger Angebot und hohe Nachfrage bedeutet: Die hohen Wohnpreise in Vorarlberg dürften eher in besagten Höhen verweilen. Die Politik ist überzeugt, mit der Wohnbauförderung zumindest etwas zur Entspannung beitragen zu können. Jetzt sind die Richtlinien für 2024 fertig. Die Wohnbauförderung wird ausgeweitet und soll helfen, die Situation etwas zu entspannen.

Weniger Rückzahlung

Dafür muss die Landesregierung kräftig Geld in die Hand nehmen. Zwar unterscheiden sich der gesamte Budgetposten im Vergleich zu heuer nur marginal. Während heuer 155 Millionen Euro für die Wohnbauförderung budgetiert worden sind, sollen im kommenden Jahr 161 Millionen Euro verwendet werden. Allerdings sind die Rückflüsse massiv eingebrochen. Heuer rechnet die Landesregierung mit Rückzahlungen von 125 Millionen Euro, womit das Land nur noch 30 Millionen Euro zuschießen muss. Im kommenden Jahr sind 81 Millionen Euro Rückflüsse budgetiert. Die Landesregierung muss also 80 Millionen Euro drauflegen. Der Grund: Die hohen Kreditzinsen im Vergleich zur Wohnbauförderung machen Umschuldungen und damit vorzeitige Rückzahlungen wieder unattraktiv.

Wieder attraktiver werden

Mit der neuen Wohnbauförderung verfolge das Land vor allem ein Ziel, sagt Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP). “Wir möchten sie so attraktiv wie möglich gestalten und den jungen Menschen und Familien ermöglichen, ihre erste Wohnung zu kaufen oder zu errichten.”

1,25 Prozent fix

Und das sieht so aus: Familien mit zwei Kindern können für ihre erste Eigentumswohnung ein Wohnbaudarlehen von 150.000 Euro aufnehmen, mit 1,25 Prozent Fixzins und der klassischen gestaffelten Rückzahlung von 35 Jahren. Wallner spricht von einem unschlagbaren Zins, vor allem im Vergleich zum Markt. “Wenn man es in Österreich vergleicht, haben wir sicher die attraktivste Wohnbauförderung unter den Bundesländern”, ist der Landeshauptmann überzeugt.

Gleichzeitig sind die Einkommensobergrenzen für die Wohnbauförderung erhöht worden. Eine Person darf mittlerweile 4000 Euro netto verdienen, zuvor waren es 3650 Euro. Zwei Personen dürfen 7000 Euro netto verdienen, davor waren es 6400 Euro. Und die Einkommensgrenze im Dreipersonenhaushalt steigt von 7500 Euro auf 8250 Euro.

Höhere Grenzen

Auch die Kostengrenzen wurden erhöht, der Kostenanteil für Privatgärten reduziert und die Basisförderung erhöht. Auch verschiedene Bonuszahlungen wie der Kinderzuschlag, der Heizwärmebedarf und der Klima-Aktiv-Gold-Standard sind gestiegen.

Ähnliches ist bei Sanierungen geschehen. Auch hier sind Einkommensobergrenzen angepasst worden. Die Obergrenzen für die Sanierungskredite und Einmalzuschüsse sind ebenso nach oben gesetzt worden wie die Fördersätze für thermisch sanierte Bauteile und Zuschläge auf nachwachsende Rohstoffe. Zudem schafft die Landesregierung zusätzliche Sanierungsfördermöglichkeit durch die Assanierungsförderung. Assanierung bedeutet, dass ein Gebäude nicht komplett erhalten sondern zu einem Großteil abgerissen und neu errichtet wird.

Erneut Kritik an Verordnung

Vorarlberg tut damit das, was Vorarlberg tun kann, betont der Landeshauptmann. “Die Situation bleibt aber schwierig, das liegt an der KIM-Verordnung.” Besagte Verordnung ist jenes Regelwerk, das die Kreditvergabe erschwert hat. Wallner: “Die Verordnung läuft 2025 aus, aber da ist noch ein Jahr dazwischen. Deshalb bleibt der Druck aufrecht, dass sich da schnell etwas ändert.” Eigentlich sollte man sie ganz aussetzen, fordert Wallner. “Das ist aber ein Bundesthema. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht.”

Die neue Wohnbauförderung ist im Wohnbeirat bereits beschlossen worden. Am Dienstag in einer Woche muss sie noch durch die Regierungssitzung.