Wie es mit der Kindergartenschule (BAfEP) weitergehen soll

Land und Betreiber hätten gerne den Bund mit im Boot.
Bregenz Kindergartenpädagoginnen und -pädagogen sind in Vorarlberg Mangelware. Die Landesregierung wirbt deshalb regelmäßig für den Beruf. Ausbildungsmöglichkeiten gibt es mittlerweile einige: Neben der Bildungsanstalt für Elementarpädagogik (BAfEP) in Feldkirch gibt es seit Anfang dieses Schuljahres das Tageskolleg in Lauterach, das der Bund finanziert. Die Landesregierung wünscht sich, dass auch die Feldkircher Schule bald an den Bund wandert. Bis dahin greift man den Schülerinnen und Schülern in Feldkirch unter die Arme.
Schulgeld wird übernommen
Die Landesregierung hat 600.000 Euro vorgesehen, um das Schulgeld für BAfEP-Schüler(innen) und Kolleg-Teilnehmer(innen) zu erstatten. Das Kolleg kostet 1600 Euro pro Jahr, die Schule 192 Euro pro Monat – das Tageskolleg in Lauterach ist hingegen kostenfrei. Der Grund: Lauterach wird vom Bund finanziert, die 270 Schüler(innen) und 40 Kolleg-Teilnehmer(innen) in Feldkirch besuchen hingegen eine Privatschule. Landesstatthalterin und Schullandesrätin Barbara Schöbi-Fink betont: “Vorarlberg ist das einzige Bundesland, in dem es keine öffentliche BAfEP gibt. Wir sehen bei uns den Bund in der Pflicht.” Deshalb hätte es bereits erste Gespräche zwischen den aktuellen Schulträgern, dem Land und dem Bund gegeben. “Diese Gespräche sind positiv verlaufen. Jetzt gilt es, Rahmenbedingungen zu klären und Verhandlungen aufzunehmen”, fährt Schöbi-Fink fort.
Zwölf Millionen investiert
Die Elementarpädagogik-Ausbildung wird in Vorarlberg seit 1959 am Institut St. Josef in Feldkirch angeboten. Beim Institut St. Josef handelt es sich um eine Privatschule mit Öffentlichkeitsrecht, geführt wird es vom Schulträgerverein der Kreuzschwestern. Der gemeinnützige Verein deckt die laufenden Kosten durch Schulgeldeinnahmen ab. Der Geschäftsführer des Schulträgervereins, Helmut Madlener, sagt, dass man einer Bundesübernahme offen gegenüberstehe. Aber nur, wenn sichergestellt ist, dass die Kreuzschwestern nicht zu reinen Vermietern degradiert werden, fährt Madlener fort. Die Kreuzschwestern hätten in den vergangenen Jahren mehr als zwölf Millionen Euro in den Standort investiert, ein Teil davon sei aus Förderungen bezahlt worden, der andere Teil durch Schulgeld und Eigenmittel der Kreuzschwestern.
Vorgesehen ist auch, ab Herbst 2024 am Institut St. Josef eine Fachschule für pädagogische Assistenzberufe einzurichten. Die Entscheidung des Bildungsministeriums steht noch aus. Auch dafür würde das Land das Schuldgeld übernehmen.