Air Chief Promberger im VN-Interview: Neue Hubschrauber, Hangar und alte Flugzeuge

Brigadier Promberger wirbt für das neue Luftabwehrsystem und Neuanschaffungen. Auch der Israel-Einsatz zeigte den Handlungsbedarf.
Darum geht’s:
- Österreichs Luftwaffe-Chef wirbt in Vorarlberg für Luftabwehrsystem.
- Die Hubschrauberflotte wird bereits modernisiert, aber weitere Ersatzmaschinen werden benötigt. Der Ersatz für die Transportflugzeuge wurde bereits vor dem Israel-Debakel beschlossen.
- Der Bau eines Hubschrauberhangars in Bludesch ist kurz vor dem Abschluss.
Bregenz Brigadier Gerfried Promberger ist im Bundesheer jener, der beruflich den Kopf in den Wolken hat. Schließlich untersteht ihm einerseits alles, was sich in die Lüfte erhebt. Andererseits auch alles, was diese Dinge vom Himmel holen soll. Verteidigungsministerin Klaudia Tanner konnte hier einige Neuanschaffungen durchsetzen, sein Tisch ist daher derzeit voll belegt: Mit Sky Shield (Himmelsschild) will Österreich im Verbund mit der Schweiz und NATO-Staaten ein einheitliches Luftverteidigungssystem beschaffen. Die Hubschrauberflotte wird mit dem Leonardo bereits modernisiert. Und dann gibt es noch die Hercules-Schlappe.
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Am Donnerstag warb er vor der Offiziersgesellschaft Vorarlberg und Vertretern der Politik für ESSI, wie das Projekt zur Anschaffung von Sky Shield benannt ist. Promberger sieht diese Anschaffung als eine historische Chance für die Republik Österreich. Erstmals werde das Land in der Lage sein wird, den Luftraum über einem großen Gebiet zu schützen. Mit den bisherigen, auf Flugabwehrkanonen basierende Luftverteidigung war dies nur punktuell möglich. Dies wird auch Vorarlberg betreffen, wenn im Jänner während des Weltwirtschaftsforums in Davos die Luftverteidigung über das Ländle verstärkt wird. Und die gemeinsame Anschaffung spare aktiv Steuergeld.
Ein Hangar in Vorarlberg
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Derzeit ist der Bau des Hubschrauberhangars in Bludesch kurz vor dem Abschluss. Künftig soll dieser als Winterquartier für die vom Land angeforderten Hubschrauber dienen. Die erste Wahl wird hier der neue Augusta Westland (AW) 169 “Lion” (Löwe) sein. Noch werden jedoch die ersten Piloten erst noch auf den neuen Hubschraubertyp ausgebildet, dämpft Promberger die Erwartungen einer dauerhaften Stationierung eines Hubschraubers in Bludesch. “Wenn der Bedarf gegeben ist, haben wir noch nie die Vorarlberger Bevölkerung im Stich gelassen”, versichert der Air Chief.

Der neue Hubschrauber ist der Ersatz für die bereits ausgemusterte Alouette III. Doch auch das Lastenpferd der Luftstreitkräfte, die Augusta Bell 212, kann ein stolzes Alter von 44 Jahren vorweisen. “44 Jahre, kein Auto fährt so lange”, ist sich auch Promberger bewusst. Das vor dem Abflug nach Israel liegengebliebene Transportflugzeug ist aus dem Jahre 1966. Für diese wurde von Tanner bereits vor dem Israel-Debakel ein Ersatz angekündigt, die neue Embraer C390. Promberger erwartet, dass es auch für die Hubschrauber einen Ersatz benötigen wird – etwa weitere Maschinen vom Typ AW 169.