Regierungsbildung gescheitert

In Spanien läuft nun ein Neuwahl-Countdown.
madrid Die politische Ungewissheit in Spanien setzt sich gut zwei Monate nach der vorgezogenen Parlamentswahl fort. Der konservative Oppositionsführer Alberto Núñez Feijóo scheiterte am Mittwoch wie erwartet mit einem ersten Versuch zur Bildung einer neuen Regierung. Die Kandidatur des 62-Jährigen für das Amt des Ministerpräsidenten und die Nachfolge des nur noch geschäftsführend regierenden Sozialisten Pedro Sánchez wurde vom Unterhaus in Madrid wie erwartet mit 178 zu 172 Stimmen abgelehnt. Mit der ersten abgeschmetterten Bewerbung wurde gemäß Verfassung der Countdown zu Neuwahlen eingeläutet. Wenn innerhalb von zwei Monaten, bis zum 27. November also, kein Regierungschef gefunden wird, müssten die Spanier am 14. Jänner erneut zu den Urnen. Die Sozialisten und Vertreter anderer Parteien warfen Feijóo bei den Debatten vor, Spanien mit seiner als aussichtslos gewerteten Kandidatur in einer schwierigen Zeit wertvolle Zeit geraubt zu haben. Er hat am Freitag zwar eine neue Chance. Anders als bei der Abstimmung am Mittwoch, bei der er eine absolute Mehrheit von mindestens 176 Stimmen benötigt hätte, reicht dem Chef der konservativen Volkspartei PP eine einfache Mehrheit. Aber auch die ist für ihn nicht in Sicht.