Bolgenach: Ausgleich für Zerstörung gesucht

Politik / 21.09.2023 • 18:40 Uhr
Der Stausee Bolgenach droht zu verlanden. <span class="copyright">VN/Steurer</span>
Der Stausee Bolgenach droht zu verlanden. VN/Steurer

Verhandlung über Ausbaggerung Bolgenach am Landesverwaltungsgericht.

Darum geht’s:

  • Bolgenach-Kraftwerkspeicher droht zu verlanden und Staumauer zu brechen
  • illwerke vkw plant, 500.000 Kubikmeter Schlamm über Bregenzer Ach in den See zu spülen
  • Naturschutzanwältin und Tierschutzverein fordern mehr natürlichen Ausgleich

Bregenz Die Zeit drängt: Der Kraftwerkspeicher Bolgenach der illwerke vkw droht zu verlanden. Vor allem der Grundablass ist bedroht. Ist der mal zu, könnte die Staumauer brechen. Der Dreck muss also aus dem Stausee raus. Die Pläne der illwerke vkw sind am Donnerstag am Landesverwaltungsgericht verhandelt worden. Es ging um die Frage, welche Ausgleichsmaßnahmen dafür getroffen werden. Dass die 500.000 Kubikmeter raus müssen, war allen klar.

Die illwerke vkw würden gerne mittels Bagger sieben Jahre für jeweils zwölf Wochen je 136.000 Kubikmeter Schlamm über die Bregenzer Ach in den See spülen. Anschließend soll sich die Menge fünf Jahre lang stetig reduzieren, bis schließlich 79.000 Kubikmeter Dreck pro Jahr abfließen. Das ist die normale natürliche Menge der Ach. Das Thema ist sensibel, viele haben noch die Bilder aus dem Jahr 1995 vor Augen, als ein Versuch zur Entschlammung schiefging.

Naturschutzanwältin Katharina Lins und der Wiener Tierschutzverein haben gegen den Bewilligungsbescheid geklagt. Sie fordern mehr natürlichen Ausgleich. Klar sei, dass die Aktion dem Ökosystem schaden wird, allerdings steht darüber ein übergeordnetes öffentliches Interesse. Mit Ausgleichsmaßnahmen soll der Schaden aber so gut es geht kompensiert werden. Das Gericht hat die Entscheidung vertagt. Jetzt müssen die illwerke vkw einen neuen Vorschlag einbringen, dann möchte Richter Nikolaus Brandtner voraussichtlich entscheiden, ob der Natur genug geholfen wird.