Burgenländer zeigen geringes Interesse am Vorarlberger Willkommensbonus für Lehrer

Politik / 25.08.2023 • 16:40 Uhr
Das westlichste Bundesland wirbt noch bis Sonntag im östlichsten Bundesland mit diesen Plakaten.
Das westlichste Bundesland wirbt noch bis Sonntag im östlichsten Bundesland mit diesen Plakaten.

Bildungsdirektion will nicht von Misserfolg der Plakataktion sprechen. Aktuell sind noch 28 Voll- und Teilzeitstellen unbesetzt.

Schwarzach „Lust zu unterrichten?“ Diese Frage in großen Lettern ist noch bis Sonntag auf Plakaten im Burgenland zu lesen. Dann endet die Werbeaktion der Vorarlberger Bildungsdirektion, die diesen Sommer österreichweit für Aufsehen gesorgt hat. Damit sollen Lehrerinnen und Lehrer angesprochen werden, die sich vorstellen können, im Ländle zu unterrichten. Dafür winkt eine Prämie von 6500 Euro. Die Resonanz in dem Bundesland war zwar bisher nicht besonders groß, räumt die Bildungsdirektion ein. Es handle sich aber um eine Maßnahme unter vielen. Bildungslandesrätin Barbara Schöbi-Fink (ÖVP) sieht beim Bonus keinen Änderungsbedarf.

Weniger als letztes Schuljahr

Im vergangenen Schuljahr wurde die Vorarlberger Prämie an 30 Pädagoginnen und Pädagogen ausbezahlt, für heuer kam es zur Anstellung von bislang 14 Personen aus anderen Bundesländern oder Staaten. Den sogenannten Willkommensbonus von bis zu 6510 Euro gibt es bei der erstmaligen Gründung eines Wohnsitzes in Vorarlberg. Er richtet sich sowohl an ausgebildete Lehrer als auch an Quereinsteiger. Das Land bezahlt einen Wohnungszuschuss von 180 Euro pro Monat für zwei Jahre, also insgesamt 4320 Euro. Zusätzlich gibt es einen Zuschuss für Heimfahrten oder das Klimaticket.

Bildungslandesrätin Schöbi-Fink ist über die aktuell geringere Nachfrage nach dem Willkommensbonus nicht überrascht. <span class="copyright">VN/Paulitsch</span>
Bildungslandesrätin Schöbi-Fink ist über die aktuell geringere Nachfrage nach dem Willkommensbonus nicht überrascht. VN/Paulitsch

„Aus unserer Sicht ist der Erfolg nicht unter den Erwartungen. Im letzten Schuljahr haben immerhin 30 Lehrpersonen die Prämie bekommen“, sagt Elisabeth Mettauer, Sprecherin der Bildungsdirektion. „Wir sind um jede Einzelne froh.“ Die Plakataktion habe im Burgenland selbst zwar keine große Nachfrage ausgelöst. Die Berichterstattung darüber sorgte aber für hohe Aufmerksamkeit. Auch von anderswo seien Anfragen gekommen. Zudem handle es sich bei der Werbung in anderen Bundesländern auch nur eine Maßnahme unter vielen, um neue Pädagoginnen und Pädagogen zu rekrutieren. Die Sprecherin hält außerdem fest, dass die Kampagnen auch nur in jenen Bundesländern stattfänden, in denen selbst kein Lehrermangel herrsche. „Wir überlegen uns ganz genau, wo es Sinn macht.“

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Keine Steigerung

Auch Bildungslandesrätin Schöbi-Fink ist über die aktuellen Zahlen zum Willkommensbonus nicht überrascht. „Seit einigen Jahren gibt es diese Goodies. Es waren immer zwischen 20 und 30, die gekommen sind. Dass es heuer mit bisher 14 weniger sind, ist verständlich.“ In vielen Bundesländern herrsche eine hohe Nachfrage nach Lehrpersonen, dies sei in der Vergangenheit noch anders gewesen. Wie die Landesstatthalterin weiter ausführt, gäbe es auch keine Überlegungen, die Prämie zu steigern. „Es handelt sich um ein gutes Angebot.“

Am 11. September geht es in Vorarlberg wieder mit der Schule los. Noch immer gibt es offene Lehrstellen. <span class="copyright">APA/Manhart</span>
Am 11. September geht es in Vorarlberg wieder mit der Schule los. Noch immer gibt es offene Lehrstellen. APA/Manhart

Anfang August hatte Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP) einen Überblick über die noch offenen Voll- oder Teilzeitstellen gegeben. Insgesamt handelten es sich damals österreichweit um rund 200, die sich auf Vorarlberg, Salzburg, Oberösterreich und Wien konzentrierten. Hierzulande sind aktuell noch elf Voll- und Teilzeitstellen an Volksschulen unbesetzt, an Mittelschulen sind es vier. Im Fall der Höheren Schulen sind zudem 13 Teilzeitstellen offen. Gleichzeitig rückt der Schulanfang am 11. September immer näher. „Wir sind zuversichtlich, dass es sich ausgeht“, sagt Sprecherin Mettauer. Es könnten sich noch Interessentinnen und Interessenten melden. Mitunter ließen sich mit den Schulen auch interne Lösungen finden. Schöbi-Fink ist ebenfalls positiv gestimmt. „Es bewegt sich täglich etwas. Bis zur letzten Minute wird ständig daran gearbeitet.“