Journalisten festgenommen

In Afghanistan herrschen Angst
und Unsicherheit.
Kabul Die militant-islamistischen Taliban haben in Afghanistan innerhalb kurzer Zeit laut Reporter ohne Grenzen neun Journalisten festgenommen. Die Festnahmen seien in den vergangenen elf Tagen bei Razzien in fünf Provinzen erfolgt, teilte die Organisation am Mittwoch mit. „Unter den afghanischen Medienschaffenden herrschen Angst und Unsicherheit“, sagte RSF-Geschäftsführer Christian Mihr demnach. Einer der Journalisten sei inzwischen wieder frei. Am Montag hatte die afghanische Organisation NAI über die Inhaftierung von drei Reportern in der südlichen Provinz Kandahar berichtet. „Es gibt keinen eindeutigen Grund für die Verhaftung dieser Journalisten“, hieß es in einer Mitteilung. Seit ihrer Rückkehr an die Macht vor zwei Jahren haben die Taliban die Pressefreiheit stark eingeschränkt. Hunderte Medienschaffende sind seitdem geflohen. Mehr als 80 Prozent der afghanischen Journalistinnen haben ihre Arbeit eingestellt. Der Druck der Taliban, vor allem durch den Geheimdienst, veranlasst Medien zur Selbstzensur.
UN-Menschenrechtsbeobachter haben unterdessen internationalen Schutz für die Frauen Afghanistans gefordert. Alle Welt sollte „afghanischen Frauen und Mädchen Flüchtlingsstatus gewähren“. Die Vorstellung, dass sich die Taliban gewandelt hätten und moderater seien, habe sich als falsch erwiesen.