Anschlagspläne auf Regenbogenparade in Wien: Was bisher bekannt ist

Drei Festnahmen wegen Terrorverdacht.
Wien Drei junge Männer sollen einen Anschlag auf die Regenbogenparade in Wien geplant haben. Sie wurden vor Beginn der Veranstaltung für die Rechte der LGBTQIA+ Community festgenommen. Darüber informierte die Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst DSN am Sonntag. Über 300.000 Menschen hatten die 27. Regenbogenparade am Samstag besucht. “In Wien darf es keinen Platz für Hass und Ausgrenzung geben. Unsere Stadt ist bunt und weltoffen”, bekräftigte Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ).
Wer sind die Verdächtigen?
Nach Angaben von DSN-Chef Omar Haijawi-Pirchner handelt es sich um drei junge Männer im Alter von 14, 17 und 20 Jahren. Alle sind österreichische Staatsbürger. Der 14-Jährige ist tschetschenischer, die beiden anderen, ein Brüderpaar, bosnischer Herkunft. Der 17-Jährige war der Polizei bereits im Zusammenhang mit Terror-Amtshandlungen bekannt. Haijawi-Pirchner zufolge radikalisierten sich die Männer online und teilten Inhalte der Terrormiliz Islamischer Staat IS. Auch Hinweise auf Waffenkäufe aus dem Ausland habe man erhalten. Die Brüder leben in St. Pölten, der 14-Jährige in Wien.

Wie sahen die mutmaßlichen Pläne aus?
Das Trio habe einen Anschlag mit Messer oder Kfz durchführen wollen, hieß es. Die Regenbogenparade galt als mögliches Ziel. Es soll konkrete, vorbereitende Handlungen gegeben haben.
Wie kam es zur Festnahme?
Dem Direktor des DSN zufolge bestand zu keiner Zeit eine dezidierte Gefahr für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Parade. Der Staatsschutz habe im Vorfeld Kenntnis über die mutmaßlichen Pläne erhalten. Die Männer seien engmaschig überwacht worden. Bei Hausdurchsuchungen am Samstag in St. Pölten und Wien konnte demnach umfangreiches Beweismaterial sichergestellt werden, den DSN-Angaben zufolge wurden Säbel, eine Axt, Gaspistolen, Wurfsterne und Messer gefunden. Das Einsatzkommando Cobra nahm das Trio vor Beginn der Regenbogenparade fest. Die Staatsanwaltschaft St. Pölten hatte die Festnahme angeordnet. Die Männer befinden sich in der dortigen Justizanstalt, U-Haft ist beantragt worden. Nun soll das Beweismaterial ausgewertet werden. Einer der Verdächtigen verfügt laut Haijawi-Pirchner über ein Fahrzeug. Es seien aber weitere Ermittlungen zur Frage nötig, ob er es auch einsetzen wollte. Zudem müsse erst untersucht werden, ob die Gasdruckwaffen eventuell umgebaut oder adaptiert wurden.
Wie wurde die Regenbogenparade geschützt?
Der Veranstalter erfuhr erst am Sonntag von den Geschehnissen. Dem Staatschutz zufolge sollte keine Panikreaktion unter den Teilnehmenden erzeugt werden, zumal der Polizeizugriff auch bereits erfolgt war. Wie Landespolizeipräsident Gerhard Pürstl ausführte, hätten die Beamten „alle erdenklichen Maßnahmen und Vorkehrungen“ getroffen, um die Veranstaltung zu sichern. 700 Polizisten waren im Einsatz.