“Das ist eine Blamage”: Vorarlberger Sozialdemokraten sind entsetzt

Statt Doskozil ist nun Babler Parteichef. Das sagen die Vorarlberger Genossen.
Wien, Schwarzach In der SPÖ bleibt kein Stein auf dem anderen. Statt dem Landeshauptmann des Burgenlands Hans Peter Doskozil ist nun plötzlich sein Konkurrent, der Traiskirchner Bürgermeister Andreas Babler neuer Parteichef. Bei der Auszählung der Stimmen auf dem Parteitag in Linz ist nämlich ein Fehler passiert. Das verkündete die Leiterin der Wahlkommission, Michaela Grubesa, in einer eilig einberufenen Pressekonferenz Montagnachmittag.
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Fehler in Excel-Tabelle
Der Fehler sei bei der Übertragung in eine Excel-Tabelle passiert. Die Listen aus den Wahlurnen seien zusammengeführt und in das System eingespeist worden. Der Fehler sei dabei geschehen: “Das Ergebnis wurde umgedreht”, sagte Grubesa. Dass es überhaupt zur Neuauszählung kam, hängt damit zusammen, dass beim offiziell verkündeten Ergebnis eine Stimme fehlte. Die wurde gefunden und war ungültig. Gleichzeitig wurde aber auch entdeckt, dass die Stimmen falsch zugeordnet wurden. Laut dem nun vorliegenden Ergebnis kam Doskozil auf 280 Stimmen, Babler auf 317.

Bei den Vorarlberger Sozialdemokraten ist das Entsetzen groß. “Ich möchte mich bei allen Delegierten entschuldigen, gleich ob sie für Doskozil oder Babler gestimmt haben. Das ist eine Blamage”, sagt die Vorarlberger SPÖ-Vorsitzende Gabriele Sprickler-Falschlunger. “Es tut mir auch herzlich Leid für Doskozil. Es ist schrecklich.” Sprickler-Falschlunger hatte zunächst die bisherige Bundesparteichefin Pamela Rendi-Wagner unterstützt, dann vor dem Parteitag Babler. “Genugtuung empfinde ich null. Ich bin entsetzt.”

Ähnlich äußert sich die geschäftsführende Klubobfrau Manuela Auer. “Das ist das Dümmste, was passieren kann.” Sie könne sich nicht vorstellen, wie das nun für Doskozil sein müsse. Als “unglaublich” kommentiert auch der frühere Bludenzer Stadtparteichef und aller Voraussicht nach zukünftiger Landesvorsitzende Mario Leiter die Vorgänge. “Dass es so etwas überhaupt geben kann”, zeigt er sich fassungslos. “Aber das Ergebnis ist zu akzeptieren.”

So sieht das auch der der Nationalratsabgeordnete Reinhold Einwallner, der zu den Unterstützern Doskozils zählt. “Es ist natürlich ein unverständlicher Fehler. Gleichzeitig muss man dem Andreas Babler gratulieren. Es ist ein demokratisches Ergebnis.”

Michael Ritsch, Bregenzer Bürgermeister, schildert wiederum, dass er gleich Babler angerufen habe, sobald er von den neuen Entwicklungen erfahren habe. “Ich habe schon während der Wahl meine Präferenzen klargemacht und immer gesagt, dass ich ihn unterstütze.” Näher wolle er sich als einfaches Parteimitglied nicht äußern.