Sprickler-Falschlunger über die Vorsitzwahl: “Das ist jetzt zu akzeptieren”

Politik / 03.06.2023 • 16:04 Uhr
Gabriele Sprickler-Falschlunger im Gespräch mit den Vorarlberger Nachrichten. <span class="copyright">VN/Roland Paulitsch</span>
Gabriele Sprickler-Falschlunger im Gespräch mit den Vorarlberger Nachrichten. VN/Roland Paulitsch

Die Vorarlberger Landesparteivorsitzende zeigt sich über das Ergebnis der SPÖ-Vorsitzwahl enttäuscht. Von Hans Peter Doskozil erwartet sie sich nun, dass er die Partei eint und auf die Jugend zugeht.

Linz Im Vorfeld hatte sich die Landesparteivorsitzende der Vorarlberger SPÖ, Gabriele Sprickler-Falschlunger (66), klar für Andreas Babler (50) als zukünftigen Bundesparteivorsitzenden ausgesprochen: Geworden ist es Hans Peter Doskozil (52). Dieses Ergebnis sei nun zu akzeptieren, sagt Sprickler-Falschlunger wenige Minuten nach Verkündung den Vorarlberger Nachrichten, aber: Die Partei müsse auf die Jugend zugehen.

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Neben Ihnen sind Mario Leiter und Reinhold Einwallner vor Freude aufgesprungen, Sie nicht. Warum diese Reaktion?
Sprickler-Falschlunger Ich bin nicht aufgesprungen, weil ich etwas am Fuß habe.

Aber Sie hätten wohl auch keinen Anlass dazu gehabt.
Sprickler-Falschlunger Nein, aber ich hätte mir auch kein anderes Ergebnis erwartet. Das ist nun zu akzeptieren, Hans Peter Doskozil ist gewählt. Schwierig wird es mit der Jugend, deren sozialdemokratische Herzen Andreas Babler mit seiner Rede angesprochen hat. Ihnen muss man entgegenkommen, weil diese doch stark für Andreas Babler gekämpft haben. Meine persönliche Enttäuschung ist natürlich groß.

Hat die SPÖ dennoch die Chance auf eine Einigung?
Sprickler-Falschlunger Das hängt von den beiden Proponenten ab.

“Beide Herren haben ja prophezeit, die FPÖ zu überholen und ich warte jetzt auf die Erfüllung dieser Prophezeiung.”

Gabriele Sprickler-Falschlunger, Landesparteivorsitzende SPÖ

Besteht die Gefahr, dass die SPÖ unter dem neuen Parteivorsitzenden links im Parteienspektrum eine Flanke offen lässt?
Sprickler-Falschlunger Das kann man jetzt noch nicht beurteilen, das wird darauf ankommen, was weiter passiert. Und diese Dynamik kann man überhaupt nicht abschätzen, das wird sich eher im Lauf der nächsten Monate zeigen.

Was ist die größte Aufgabe des neuen Vorsitzenden?
Sprickler-Falschlunger Egal, ob das Doskozil ist, oder ob Babler gewonnen hätte: Die größte Aufgabe ist, rechtzufertigen, wieso wir diesen Parteitag gebraucht haben. Wenn die SPÖ die FPÖ jetzt nämlich nicht überholt, muss man sich fragen, wieso wir das ganze Theater veranstaltet haben.

War es ein Theater?
Sprickler-Falschlunger Es ist zumindest so: Eine Vorsitzende abzumontieren und später nicht entsprechende Wahlergebnisse zu liefern, ist schwierig. Das kostet ja alles eine Unmenge Geld, die für einen Nationalratswahlkampf nicht da sein wird.

Es wird sich also lohnen müssen.
Sprickler-Falschlunger Es muss sich lohnen. Weil sonst habe ich kein Verständnis. Beide Herren haben ja prophezeit, die FPÖ zu überholen und ich warte jetzt auf die Erfüllung dieser Prophezeiung.

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