Dieser junge Dornbirner hat sich für den SPÖ-Bundesparteivorsitz beworben

Politik / 05.04.2023 • 17:05 Uhr
Wer steht künftig an der Spitze der Bundespartei? Das ist momentan unklar. <span class="copyright">APA/Fohringer</span>
Wer steht künftig an der Spitze der Bundespartei? Das ist momentan unklar. APA/Fohringer

Niklas Klocker wollte “Angebot für Junge schaffen und Denkzettel erteilen.” Auf dem Stimmzettel steht er aber nicht.

Schwarzach Die SPÖ macht es mit ihrer Vorsitzsuche spannend. Kommende Woche, am Dienstag, will die Partei bekannt geben, welche Kandidaten und Kandidatinnen auf dem Stimmzettel für die Mitgliederbefragung stehen werden. Keine Probleme mit den benötigten Unterlagen, darunter 30 Unterstützungserklärungen, haben die drei Favoriten: Die amtierende Vorsitzende Pamela Rendi-Wagner (51), der burgenländische Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (52) und der Traiskirchner Bürgermeister Andreas Babler (50). Wer von den insgesamt mehr als 70 Interessenten noch dazukommt, ist offen. Das prüft die SPÖ gerade. Auch der junge Dornbirner Niklas Klocker (24) hat sich beworben.

Niklas Klocker hat sich für den Bundesparteivorsitz interessiert. <span class="copyright">Klocker</span>
Niklas Klocker hat sich für den Bundesparteivorsitz interessiert. Klocker

Viele Bewerber

Vorarlbergs SPÖ-Chefin Gabriele Sprickler-Falschlunger (66) stellte sich bereits früh hinter Rendi-Wagner und unterstützte diese auch mit ihrer Unterschrift. Die Bundes-Vorsitzende konnte vergangene Woche hundert Erklärungen einreichen, Doskozil etwa 440 und Babler mehr als 2000. Die Mitgliederbefragung ist von 24. April bis 10. Mai angesetzt. Im Juni folgt dann ein Sonderparteitag, wo die endgültige Entscheidung fällt. Die Befragung sorgte für großes Interesse. Rund 9000 Mitglieder traten neu in die Partei ein, etwa 100 in Vorarlberg. Insgesamt 73 Menschen wollen Bundes-Vorsitzender oder -Vorsitzende werden, 69 Männer und vier Frauen.

Sprickler-Falschlunger sieht zu wenig politische Erfahrung bei dem Vorarlberger Bewerber. <span class="copyright">VN/Paulitsch</span>
Sprickler-Falschlunger sieht zu wenig politische Erfahrung bei dem Vorarlberger Bewerber. VN/Paulitsch

Darunter ist auch ein völlig unbekannter Bewerber aus Dornbirn. Es handelt sich um den 24-jährigen Studenten Niklas Klocker.

Auf den Stimmzettel für die SPÖ-Mitgliederbefragung schaffe er es nicht, sagt er zu den VN. Er verfüge nicht über die nötigen Unterstützungserklärungen. Auf die Frage, warum er sich überhaupt beworben habe, nennt Klocker zwei Gründe: “Zum einen wollte ich ein Angebot an junge Mitglieder machen. Das Durchschnittsalter liegt über 60. Andererseits ging es auch darum, einen kleinen Denkzettel zu erteilen.” Aus seiner Sicht befinde sich die Partei im Würgegriff der sogenannten “Liesinger Partie”, womit einflussreiche Vertraute des früheren Kanzlers Werner Faymann gemeint sind, namentlich etwa Nationalratspräsidentin Doris Bures.

Vorarlbergs SPÖ-Chefin Sprickler-Falschlunger hatte sich zuvor skeptisch über die Bestrebungen des Dornbirners geäußert. „Meiner ehrlichen Einschätzung nach fehlt es ihm an politischer Erfahrung.” Immerhin sei er noch sehr jung, und erst seit Kurzem überhaupt SPÖ-Mitglied geworden. Das seien nicht die geeigneten Voraussetzungen, um die Bundespartei anzuführen.

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Die Frage, ob sie den Beschluss einer Mitgliederbefragung in den Parteigremien in Wien mittlerweile für einen Fehler hält, verneint Sprickler-Falschlunger. „Es wird ein Stimmungsbild der Partei geben. Ich hoffe nun auf eine hohe Wahlbeteiligung.“ Unterschätzt habe sie zunächst die hohe Anzahl an Bewerbern für den Parteivorsitz, weswegen sie eine Hürde zunächst nicht für notwendig erachtet habe. „Diese hätte man aber gleich einziehen sollen.“ Auch wäre es aus ihrer Sicht wohl sinnvoller gewesen, wäre sie höher ausgefallen. „Im Nachhinein ist man immer schlauer.“